Weihrauch: Ein wirksames Hausmittel bei Erkältungen

Probieren Sie's doch einfach einmal aus: Klosterneuburgs Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer über die Wirkung von Weihrauch bei Verkühlungen.

Erstellt am 21. Dezember 2021 | 04:48
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Ein Geheimtipp von Hademar Bankhofer: Probieren Sie's doch einfach einmal aus.
Foto: Bankhofer

Haben Sie auch alle Jahre wieder zu den Feiertagen - einer alten Familientradition entsprechend - in der Wohnung eine Weihnachtskrippe aufgestellt? Meist sind das kleine Kunstwerke. Da sieht man Josef und Maria sowie das Jesuskind, umgeben von Ochs, Esel und Schafen, aber auch von vielen Hirten. Natürlich dürfen da auch die Heiligen Drei Könige nicht fehlen.

Die bringen dem Jesuskind Weihrauch, Gold und Myrrhe. Da denkt man spontan an die Kirche, an den Gottesdienst und an den Geruch, der die Kirche durchzieht. Kaum jemand ist sich dabei bewusst, dass es sich beim Weihrauch um eine uralte Naturmedizin handelt, die bis in unsere Zeit ihre Bedeutung hat. Kein Wunder, dass Weihrauch in der Antike wie Gold gehandelt wurde. Weihrauch wird aus dem Harz des Baumes „Boswellia Thurifera“ in Arabien und Somalia gewonnen. Er riecht nicht nur faszinierend, seine Inhaltsstoffe, vor allem der Hauptwirkstoff Olibanum, haben eine desinfizierende Wirkung.

Daher wurde Weihrauch im 17. und 18. Jahrhundert, aber auch später auf dem Land, als Hausmittel eingesetzt, wenn jemand schwer erkältet war oder gar mit einem grippalen Infekt im Bett lag. Damit die anderen nicht angesteckt werden konnten, hat man einfach eine Handvoll Weihrauchkörner auf die heiße Herdplatte in der Küche gestreut. Die Weihrauchkörner haben schon sehr bald zu rauchen begonnen. Jetzt hat man alle Türen im Haus geöffnet, damit der Weihrauch durch die Räume ziehen konnte. Der erwünschte Effekt dabei: Die Luft in all den Räumen, die zweifelsohne mit Viren des erkälteten Patienten angereichert war, wurde desinfiziert. Die Ansteckungsgefahr für die übrigen Familienmitglieder war damit entweder gebannt oder zumindest stark herabgesetzt.

Sicher war diese Wirkung neben dem religiösen Brauch in früheren Zeiten auch in der Kirche von Bedeutung. Wenn zur Heiligen Messe in der kalten Jahreszeit viele Menschen auf engstem Raum beisammen standen und saßen, kam allen die Tatsache zugute, dass der Weihrauch nicht nur eine feierliche Atmosphäre schuf, sondern auch die Luft von Viren und Bakterien reinigte. Wer Weihrauch in Erkältungszeiten auch heute noch als Schutz nutzen möchte, sollte zu den Weihrauchkörnern eine Metallschale mit einem runden Holzkohlestück kaufen, auf dem man dann die Körner zum Rauchen bringen kann.