Klosterneuburg: Ein Familienmitglied aus Afghanistan. Sahel kam mit 16 nach Europa und fand hier bei Familie Spitzbart eine neue Heimat.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 09. September 2020 (03:08)
Er kam als Fremder und wurde zum Familienmitglied: Sahel Rustami.
privat

Im Winter 2015 kam Sahel Rustami als 16-Jähriger alleine nach Österreich. Er musste seine Heimat Afghanistan verlassen und kam nach Klosterneuburg, wo er nicht nur eine erste Heimat fand, sondern auch eine neue Familie. Uschi und Leopold Spitzbart unterstützten ihn nicht nur nach vollen Kräften, Sahel wurde auch zu einem richtigen Familienmitglied.

„Ich habe in der Magdeburg-Kaserne Deutschunterricht gegeben und so Sahel kennengelernt“, erzählt Uschi Spitzbart von den Anfängen dieser besonderen Freundschaft. Sahel habe immer gezeigt, was in ihm stecke und dass er lernen wolle. „So ist uns die Entscheidung leicht gefallen, ihn zu unterstützen und ihn in unserer Familie aufzunehmen“, so Spitzbart.

Geschichten als Hilfe für alle Seiten

Und die Familie hat seither ihre Entscheidung nicht bereut. Sahel hat mittlerweile einen Fachschulabschluss und bereitet sich auf den HTL-Abschluss in Bautechnik vor.

Aber nicht nur technisch beziehungsweise schulisch glänzt Sahel. Für den Text „Berge“ erreichte er beim Exil-Jugend-Literaturpreis den zweiten Platz. Außerdem hat er schon zwei Theaterstücke geschrieben – eines davon wurde bereits aufgeführt. „Mit dem Schreiben verarbeitet er erstens Erlebtes, und zweitens möchte er damit Menschen erreichen, die sich mit dem Thema noch gar nicht so beschäftigt haben“, ist Spitzbart sichtlich stolz auf ihren Ziehsohn. Und weiter: „Mit den Stücken will er den Menschen zeigen, dass sie nicht als Sozialschmarotzer nach Österreich gekommen sind, sondern weil es in ihrer Heimat von Jahr zu Jahr schlechter geworden ist.“