PUK-Gemeinderat bestätigt Heli-Lärm. Ausflugs-Hubschrauber nerven Anrainer. Jetzt kämpft Gemeinderat Hehberger – selbst betroffen – an ihrer Seite.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 27. Juli 2018 (02:21)
Symbolbild
Symbolbild

Die lärmgenervten Anrainer im Sachsenviertel wehren sich gegen den Hubschrauberlärm zum Wochenende. Ausflugshubschrauber machen angeblich Rundflüge über Klosterneuburg. Für die Bekämpfung dieser Lärmbelästigung haben die Anrainer nun einen prominenten Mitstreiter.

Gemeinderat Stefan Hehberger (PUK): „Ich kann diesen anhaltenden Lärm bestätigen.“

„Das Vergnügen von Einzelpersonen wird über das Wohl und die Ruhe von tausenden Anrainern gestellt. So kann es aber nicht sein.“ Stefan Hehberger, PUK

Die Beobachtungen des Gemeinderats decken sich mit den Vorwürfen der Anrainer: „Zwei unterschiedliche Kleinhubschrauber – weiß und schwarz – drehen, besonders samstags und sonntags, in der Regel von Westen kommend über dem Gemeindegebiet Klosterneuburg und der Donau, um dann wieder in Richtung Norden zu fliegen“, so der Bericht von Hehberger. Er fände es sehr eigenartig, dass mit der Klosterneuburger Lärmschutzverordnung die Ruhezeiten und Lärmquellen peinlichst genau beschrieben wären, aber solche Freizeit- und Sportgeräte ganz offensichtlich einen Freischein für ihr Lärmen erhielten. Hehberger: „Das Vergnügen von zwei oder drei Einzelpersonen wird über das Wohl und die Ruhe von tausenden Anrainern gestellt. So kann es aber nicht sein.“

Hehberger will sich das Kennzeichen bei den nächsten Überflügen aufschreiben und aktiv werden. Eigenartig sei auch, dass nicht wie üblich über das Donautal dann weiter nach Wien geflogen würde: „Ist das vielleicht verboten?“

„Ein echter Skandal ist“, so Hehberger weiter , „dass die ‚Austro Control‘ nicht sagen kann, oder will, wem die Maschinen gehören, ob diese zugelassen sind, die zugelassenen Flugrouten und Flughöhen eingehalten werden – und sich die Gebietskörperschaft von Klosterneuburg das auch noch gefallen lässt.“

Seitens der Stadtverwaltung, an die sich Gemeinderat Hehberger wandte, wurde mitgeteilt, dass Mindestflughöhen und Flugbeschränkungsgebiete Angelegenheiten der Luftfahrtbehörde seien. „Luftfahrtbehörden sind die Landeshauptleute, die mit speziellen Aufgaben betraute ‚Austro Control GmbH‘ sowie der
‚Österreichische Aeroclub‘. Die Stadtgemeinde Klosterneuburg wird lediglich bei Außenlandungen vom Amt der NÖ Landesregierung um Stellungnahme ersucht“, erklärt Bernhard Klammer, Referatsleiter Tiefbau und Verkehr.

Schon einmal im Gemeinderat behandelt

Gemeinderat Hehberger verweist aber auch darauf, dass schon einmal, und zwar 2016, im Gemeinderat über dieses Problem diskutiert und ein Beschluss gefasst wurde. Aus dem Protokoll: „Die Stadtgemeinde tritt mit Austro Control in Verbindung, um exakte Aussagen über den Flugverkehr über Klosterneuburg (Dichte, Höhe) zu erhalten. Weiters bemüht sich die Stadtgemeinde um den Einsatz einer mobilen Messstelle zur Ermittlung des tatsächlichen Fluglärms und tritt mit dem Verein Dialogforum Flughafen Wien in Kontakt. In der Gemeinderatssitzung am 25. November wird dem Gemeinderat über den aktuellen Stand berichtet.“

Hehberger: „Den Bericht für den 25. November 2016 habe ich leider nicht gefunden. Im Gemeinderatsprotokoll ist dieser bei den Berichten des Bürgermeisters nicht angeführt.“