Klosterneuburg

Erstellt am 12. Januar 2017, 05:16

von Claudia Wagner

Notwohnungen in Klosterneuburg: Wer darf einziehen?. Pitschko wittert, dass Quartiere für unbegleitete minderjährige Asylwerber sind. Caritas-Chef Schwertner dementiert.

Klaus Schwertner kennt die FP-Vorwürfe, dass die Caritas zu wenig für Obdachlose macht.  |  NOEN, privat

Der Schlüssel für eine Caritas-Notwohnung ist bereits übergeben. Drei weitere sollen folgen (die NÖN berichtete in der Vowoche). Die vier Quartiere, die Bedürftigen ein Dach über dem Kopf geben, wurden von der Stadtgemeinde bereitgestellt – gegen die Stimmen der FPÖ.

„Der Mietzweck Notwohnungen für betreute Wohnformen schließt die Nutzung dieser Wohnungen für die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Asylanten nicht dezidiert aus“, begründet Stadtrat Josef Pitschko das blaue Nein. Sobald die Asylwerber das 18. Lebensjahr erreichen und „das große Abkassieren durch die Caritas endet“, haben sie – so Pitschko – „mit ziemlicher Sicherheit wegen drohender Obdachlosigkeit Anspruch auf eine Gemeindewohnung“ und so – wenn sie zwei Jahre in der Babenbergerstadt gemeldet sind – einen Vorteil gegenüber jungen Klosterneuburgern, die noch bei ihren Eltern wohnen.

„Haben unser Angebot sogar ausgebaut“

Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner dementiert, dass die vier Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge seien. „In Notwohnungen ziehen Alleinerziehende, Familien in Not, auch geflüchtete Familien, Familien, die etwa nach einem Brand obdachlos auf der Straße stehen würden und armutsbetroffene Klosterneuburger“, erklärt Schwertner, der vom Begriff „Asylant“ Abstand nimmt. Die FP-Vorwürfe, man tue zu wenig für obdachlose Menschen, seien dem Klosterneuburger zwar bekannt, aber falsch: „Als Caritas haben wir unsere Angebote für obdachlose Österreicher sogar ausgebaut. So wie jetzt in Klosterneuburg“.