Jugendarbeit: Müller über Ängste & Sorgen der Jungen in der Pandemie

Mobile Jugendarbeit GEH.BEAT Klosterneuburg: Starke psychische Belastung durch Corona. Wir sprachen mit Leiter Ralf Müller.

Erstellt am 07. Januar 2022 | 05:13
Lesezeit: 2 Min
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GEH.BEAT-Leiter Ralf Müller.
Foto: Wagner

Jugendliche tragen ganz wesentlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Was sie dabei leisten, bleibt aber oft unbemerkt. Die meisten finden die Maßnahmen durchaus sinnvoll und tragen sie mit. „Dies zeigt sich nicht nur in unseren täglichen Kontakten mit Jugendlichen, sondern auch in Studienergebnissen aus Österreich“, so Ralf Müller, Leiter von GEH.BEAT, Mobile Jugendarbeit Klosterneuburg.

Gerade die Corona-Schutzimpfung würden viele Jugendliche als wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung sehen. Außerdem würde kaum eine Personengruppe so engmaschig getestet wie sie.

Probleme, aber auch Flexibilität & pragmatischer Umgang

Allerdings sind die Maßnahmen und ihre Auswirkungen für viele Jugendliche ganz besonders belastend. Sorgen um die Zukunft, Überforderung in der Schule, Isolation, belastete oder zerbrechende Beziehungen und familiäre Konflikte bis hin zur Gewalt sind Themen, die sie in Zeiten von Corona beschäftigen.

Müller: „Viele erzählen, angesichts einer nicht konkret vorhersehbaren Verbesserung der Lage, von zunehmend starker, psychischer Belastung. Ganz besonders dort, wo schon vor der Pandemie eine psychische Erkrankung bestanden hat, kommt es verstärkt zu Krisen.“

Gleichzeitig seien Jugendliche sehr flexibel und verfügten über einen sehr pragmatischen Umgang mit der Pandemie. Entspannung und der Kontakt mit Gleichaltrigen wären für sie sehr wichtige Strategien, um die vielfältigen Belastungen zu bewältigen und Energie zu tanken.

„Außerdem ist in der derzeitigen Situation die Resilienz, sprich die psychische Widerstandsfähigkeit, ganz wesentlich. Voraussetzungen dafür sind jedoch, dass zumindest eine nahe und unterstützende Bezugsperson verlässlich da ist und dass Jugendliche auch in dieser Zeit der Einschränkungen ihre Selbstwirksamkeit erleben können“, so Müller weiter. Gerade das Gefühl, ernst genommen zu werden, in den Bedürfnissen und Sorgen der Jugendlichen gehört zu werden und Anerkennung zu erfahren, wären die entscheidenden Faktoren.

In diesen Aspekten leiste Mobile Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag durch den persönlichen Kontakt in der alltäglichen Arbeit mit Jugendlichen. Ebenfalls wichtig wäre, für Müller, das Gehört-Werden durch Entscheidungsträger der Politik: „Daher unterstützen wir den von der Jugendstadträtin Pöschl geplanten Jugendrat sehr. Hier sollen Jugendliche partizipativ in demokratische Prozesse und Entscheidungen eingebunden werden.“