Aus für Nummer fünf. Der Klosterneuburger Günter Hönig wollte für die NEOS kandidieren. Nach einem Judenwitz in der Öffentlichkeit wird sein Vorhaben vom Spitzenkandidaten vereitelt.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 25. November 2014 (16:47)
Letzte Woche wurden alle Kandidaten, die in den 46 Gemeinden Niederösterreichs zur Wahl antreten, bei der Landesmitgliederversammlung abgesegnet.
NOEN, NEOS

Kaum war der Schlussgong der Landesmitgliederversammlung in St. Pölten verklungen, präsentierte der Spitzenkandidat der NEOS-Klosterneuburg seine fünf fixen Kandidaten für die Gemeinderatswahl in Klosterneuburg am 25. Jänner 2015 (siehe unten). „Diese fünf sind unverrückbar. Es werden noch vier weitere Personen auf die Liste kommen“, verspricht Klosterneuburgs Spitzenkandidat Walter Wirl. Aber Qualität käme vor Quantität. „Ich trete lieber mit einer Person weniger an als mit unsicheren Kadidaten“, so die Vorgaben des NEOS-Chefs.

Für eine frühere Nummer fünf auf der Liste ist die Karriere bei den NEOS allerdings zu Ende. Der Klosterneuburger Günter Hönig erlaubte sich, in der Öffentlichkeit einen Judenwitz zum Besten zu geben. Das kostete ihn seine Kandidatur auf der Klosterneuburger NEOS-Liste.

"Nicht einverstanden mit diesem Sager"

Wirl: „Nach einem Gespräch mit mir hat sich Hönig entschlossen, von einer Kandidatur abzusehen. Ich bin persönlich nicht einverstanden mit diesem Sager“, greift Wirl energisch durch.

Transparenz und umfassende Information sind die Themen, die Wirl in Klosterneuburg ganz besonders interessieren. So will er sich für die Darlegung nicht nur des „offenen Haushalts“ auf der Homepage der Stadtgemeinde einsetzen, er will auch die zukünftige Entwicklung des Budgets und die tatsächlichen Schulden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wissen. Wirl: „Die Informationspflicht ist eine Forderung, die bei uns ganz oben an erster Stelle steht. Jeder Bürger soll wissen, wer für wie viel der tatsächlichen Schulden haftet.“

Information steht an erster Stelle

Aber auch Mandatare brauchen mehr Information. Das hat der NEOS-Politiker bei seiner ersten Gemeinderatssitzung als Zuhörer gemerkt: „Es ist einfach zu wenig Vorwissen da, um für oder gegen etwas abzustimmen“. Als Beispiel zieht er den Kino-Umbau im Rathaus heran. „Man denkt ein Jahr lang nach, und dann sagt man, dass das Ganze ungefähr zwei Millionen Euro kosten wird. Das ist alles. Ich bin mit vielem einverstanden, was die ÖVP macht, aber das ist zu wenig Information.“

Warum eine politische Position wie die des Ortsvorstehers in Weidling in dritter Generation in einer Familie liegt („Wir sind ja nicht in einem Königreich“), will Wirl zukünftig auch hinterfragen. Warum setzen sich die NEOS oft ins Fettnäpfchen? Wirl: „Wir haben uns vorgenommen, Themen mutig anzusprechen. Dass uns daraus auch ein Strick gedreht wird, ist ein Lernprozess, dem wir uns gerade aussetzen.“


NEOS-Kandidaten

Die fünf NEOS-Kandidaten in unverrückbarer Reihenfolge:

  1. Walter Wirl

  2. Peter Bachmann

  3. Szabolcs Steiner

  4. Fritz Richter

  5. Clemens Böck