Aus eins mach drei. Kritik / Stadtgemeinde verkauft Gemeindewohnung in Markgasse an Bauträger, der Luxuswohnungen schaffen will. Um Erlös sollen drei neue Wohnungen angekauft werden.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. Juli 2014 (09:04)
NOEN, Wagner
Der Rohdachboden sowie eine Gemeindewohnung wurden an einen Bauträger verkauft. Um den Erlös sollen drei neue Gemeindewohnungen angekauft werden.

Im nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung wurde der Verkauf eines etwa 780 m großen Rohdachbodens gemeinsam mit einer 52 m großen Wohnung im Gemeindebau in der Markgasse beschlossen.

Der verkaufte Rohdachboden dient einem Baumeister zur Errichtung von Dachgeschoßwohnungen, die 52 m große Gemeindewohnung soll den künftigen Bewohnern als Zugang und eventuell auch als Abstellbereich für Fahrräder, Kinderwägen und dergleichen dienen. Die Gemeinde erzielte durch den Verkauf einen Erlös von 62.000 Euro.

„Verkauf um einen Schnäppchenpreis“

FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko reagierte empört: „Bei mir melden sich Bewerber um eine Gemeindewohnung, die teilweise seit Jahren vergeblich auf eine Zuteilung warten, und die Stadtgemeinde verkauft eine Gemeindewohnung im Stadtzentrum zum Schnäppchenpreis von weniger als 1.200 Euro pro m.“

Dem widerspricht Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager: „Pitschko ist stets darüber erzürnt, dass die Gemeinde für die Sanierung von Wohnungen horrende Summe ausgibt. Durch den Verkauf einer desolaten Wohnung haben wir uns das erspart.“ Das eingenommene Geld werde für den Ankauf von drei neuen Gemeindewohnungen verwendet. „Aus eins mach drei“, sieht Schmuckenschlager den Gemeinde-Wohnungsausbau der Stadt auf dem richtigen Weg. Wo die neuen Wohnungen angekauft werden, sei bis jetzt noch nicht hundertprozentig fix. In Kierling würde sich ein Bau anbieten.

Bewohner sollen Betriebskosten bezahlen

Im Rahmen des Dachgeschoßausbaus wird auf Kosten des Käufers ein Aufzug neu errichtet und alle Gemeindebaugeschoße an diesen angebunden. „Die verbleibenden Mieter müssen allerdings dann die laufenden Kosten für den Aufzug als Betriebskosten mittragen“, kritisiert Pitschko abermals.