B 14: Baustelle ab Ende Oktober in Klosterneuburg. Nach Verzögerungen sollen die Arbeiten an der Hangbrücke im Herbst beginnen. Neue Bauzeit: zweieinhalb Jahre.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 24. Juni 2020 (04:28)
Im Jänner 2019 wurden Pressevertreter zu einer Begehung der Heiligenstädter Hangbrücke eingeladen. Seitdem wurden Vorarbeiten durchgeführt, der tatsächliche Baustart aber mehrmals verschoben. Die Wiener MA 29– Brückenbau-Abteilung rechnet mit einem sichtbaren Baubeginn Ende Oktober 2020.
Claudia Wagner

34.000 Fahrzeuge überqueren täglich die Heiligenstädter Hangbrücke zwischen Kahlenbergerdorf und Wien. Mit der Gesamtinstandsetzung und der dazugehörigen Großbaustelle auf der B 14 kommt auf Pendler eine Geduldsprobe zu. Abwarten heißt es aber schon im Vorfeld: Der Baustart verzögert sich, neuer Termin voraussichtlich Oktober 2020.

Ursprünglich hätte die Brücke bereits im Dezember 2019 abgerissen werden sollen, dann wurde der Beginn auf März und wiederum auf April verschoben. Jetzt rechnet man bei der Brückenbau-Abteilung der Stadt Wien mit einem Startschuss im Herbst. „Mit einer angemessenen Angebotsfrist, Angebotsprüfung und Bauvorbereitung ist ein sichtbarer Baubeginn Ende Oktober 2020 möglich“, erklärt Sprecherin Luise Gruber.

„Ein sichtbarer Baubeginn Ende Oktober ist möglich. Die Arbeiten werden länger dauern, als es zu Beginn des Projektes aussah.“ Luise Gruber, Sprecherin der MA29 – Brückenbau

Zuletzt scheiterte es daran, eine Baufirma für das Großprojekt zu finden. Gruber: „Im Zuge der erforderlichen Neuausschreibung wurden die Ausschreibungsunterlagen sorgfältig und eingehend überarbeitet. Diese Vorbereitungen sind nunmehr fast abgeschlossen.“ Anfang Juli soll die Gesamtinstandsetzung erneut ausgeschrieben werden, die MA 29 ist zuversichtlich, dass dieser Schritt „wirtschaftlich vertretbare Ergebnisse bringt“. Und: „Die sehr schwierigen und ungewöhnlichen Rahmenbedingungen des Bauvorhabens sind eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Das Abstecken des wirtschaftlich optimalen Rahmens ist eine Aufgabe, die nur mit vereinten Kräften aller Akteure gelöst werden kann.“

Angepasst wurde auch die Bauzeit. War anfangs noch die Rede von 18 und 22 Monaten, wird nun eine Baustelle für rund zweieinhalb Jahre prophezeit. „Es ist offensichtlich in der derzeitigen Marktsituation nicht möglich, ein derartig komplexes Bauvorhaben mit den sehr knappen Zeitvorgaben wirtschaftlich vertretbar durchzuführen. Die Arbeiten werden deshalb auch länger dauern, als es zu Beginn des Projektes aussah“, schildert die Brückenbau-Sprecherin und versichert gleichzeitig: „Die Arbeiten werden so rasch wie möglich umgesetzt.“

Während der Bauzeit ist der Verkehr eingeschränkt. Pro Fahrtrichtung bleibt eine Spur offen, im Baustellenbereich gilt Tempo 30. Statt des 880-Meter-Stahlbeton-Gebildes wird eine Stützmauer errichtet. Bis zum Baustart wird die Brücke verdichtet geprüft, um allfällige Veränderungen zeitnahe bewerten zu können. Gruber: „Das Projekt wurde so rechtzeitig in Angriff genommen, dass die derzeitigen Verzögerungen zu keinen unmittelbaren Sicherheitsrisiken führen.“

Abgesehen von regelmäßigen Überprüfungen sind bis zum tatsächlichen Baustart keine weiteren Vorarbeiten geplant. Probebohrungen und Vorarbeiten wurden bereits im Februar 2019 und im Februar 2020 durchgeführt.