Schutz durch Hygiene. Husten, Schnupfen, Fieber. Der Grippevirus hat die Stadt fest im Griff. Was man dagegen tun kann, verrät Eva Maria Redl-Wenzl.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 11. Februar 2015 (14:54)
NOEN, LK Klosterneuburg
Primaria Eva Maria Redl-Wenzl, Ärztliche Direktorin des Landesklinikums Klosterneuburg.

Rote Nasen, Nies- und Hust-Geräusche, wohin man schaut und auch hört. Sie ist wieder da, die gefürchtete Grippewelle. Die NÖN sprach mit der ärztlichen Direktorin des Landesklinikums Klosterneubug, Eva Maria Redl-Wenzl, wie man sich davor schützen kann und was man machen soll, wenn der Virus bereits in einem schlummert.

„Seit Jahreswechsel ist eine Steigerung der Grippefälle zu verzeichnen“, weiß Redl-Wenzl. Die echte Grippe sei nicht mit Erkältungskrankheiten zu verwechseln, obgleich diese ebenfalls in der kalten Jahreszeit gehäuft vorkommen. „Bei der echten Grippe liegt eine Infektion mit Influenzaviren vor, die zu einer schweren, im Einzelfall sogar gefährlichen Krankheit führt“, so Redl-Wenzl.

Ob eine Grippe-Impfung dennoch ratsam wäre, beantwortet Redl-Wenzl so: „Die Oberflächenantigene der Grippeviren ändern sich von Jahr zu Jahr. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation, Anm. der Redaktion) versucht jährlich vor dem Einsetzen der Grippesaison abzuschätzen, welche Virustypen zu erwarten sind, und gibt entsprechende Empfehlungen zur Zusammensetzung des Impfstoffs ab.“ Heuer sei jedoch die Grippe vorwiegend durch einen Virussubtyp ausgelöst, der nicht so gut mit dem Immunserum reagiert, was die Wirkung der Impfung herabsetzt. Zu einer Impfung rät Redl-Wenzl dennoch.

Bei Grippe sofort ab zum Hausarzt

Hat einen die richtige Grippe erwischt, sollte auf jeden Fall der Hausarzt konsultiert werden. „Er wird meist antivirale Medikamente verschreiben und den Krankheitsverlauf überwachen. Bestehen zusätzlich Grundkrankheiten, wie Lungen- oder Herz-Kreislauferkrankungen oder eine Immunschwäche, kann im Einzelfall die Einweisung ins Klinikum notwendig sein“, warnt Eva Maria Redl-Wenzl davor, die Grippe auf die leichte Schulter zu nehmen.

Was man machen kann, damit man sich nicht mit der Grippe ansteckt? – Redl-Wenzl empfiehlt verstärkte Hygienemaßnahmen.

„Hände- und Flächendesinfektion sind sinnvoll, um das Risiko einer Ansteckung zu senken.“ Insbesondere älteren oder immungeschwächten Menschen sei anzuraten, keine Besuche bei kranken Angehörigen zu machen.