Covid-19 killt auch Mythos Film in Klosterneuburg. Sommertheater Klosterneuburg befragt Publikum. Shortynale wird durchgeführt – eventuell per Streaming.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:34)
Heuer kein Mythos Film Festival am Rathausplatz.
Stadtgemeinde

Dieser Sommer wird kulturell eher karg ausfallen. Wie berichtet, hat die operklosterneuburg ihre Produktion von Giuseppe Verdis „La Forza del Destino“ auf 2021 verschoben. Eine Entscheidung, die nicht zuletzt durch die coronabedingten Vorgaben der Regierung und die für alle Beteiligten entsprechend unzumutbaren Rahmenbedingungen erforderlich war. Die Betroffenheit unter Opernfreunden war groß, aber letztlich überwog die Einsicht, dass unter den gegebenen Umständen eine Produktion auf gewohntem Niveau nicht machbar wäre.

Einige Theaterfest-Spielorte in Niederösterreich haben ihre Entscheidung noch vertagt. Man erhofft sich von der Regierung doch noch brauchbare Direktiven für die Realisierung von Bühnenprojekten und Aufführungen.

Fest steht inzwischen auch, dass es heuer kein Mythos Film Festival auf dem Rathausplatz geben wird. „Filmhighlights auf großer Leinwand und die internationale Gourmetmeile lassen heuer auf sich warten. Sicherheit geht vor, und mit Sicherheit freue ich mich auf das nächste Jahr, in dem dieses Event wieder stattfinden soll“, richtet Kulturstadträtin Verena Pöschl via Facebook aus. Dem Vernehmen nach liegt das Hauptproblem bei der Gastromeile, die einen wesentlichen Bestandteil des Festivals bildet und nach den derzeitigen Bestimmungen kaum in der bisherigen Weise durchgeführt werden könnte.

Stattfinden wird aber auf jeden Fall das Kurzfilmfestival „Shortynale“, wie Kulturamtsleiter Franz Brenner bestätigt. Sei es in einer reinen Streaming-Variante oder einem Mix aus Live und Streaming, die zwölfte Edition des Festivals sollte von 11. bis 15. August möglich sein. Derzeit läuft auf der Homepage der Shortynale sowie auf Facebook das Quarantine Film Festival.

Sommertheater startet Umfrage per Mail

Auch für das Sommertheater Klosterneuburg bedeutet die momentane Situation erhebliche Herausforderungen. „Wir stehen nun vor der Entscheidung, ob unsere diesjährige Produktion ,Der ideale Gatte‘ wie geplant stattfinden kann“, so die Intendantinnen Johanna Rieger und Julia Prock-Schauer, die diese Entscheidung noch im Mai treffen wollen und nun ihr Publikum um Mithilfe bei der Entscheidungsfindung ersuchen: „Für unsere Planung wäre es sehr wichtig, zu wissen, ob dieses Jahr grundsätzliche Offenheit vonseiten des Publikums besteht, ins Theater zu kommen (selbstverständlich unter Berücksichtigung der aktuellen Maßnahmen, wir würden auf ausreichend Abstand achten und alle Empfehlungen – wie etwa das Tragen von Masken – sehr ernst nehmen, außerdem würden wir dieses Jahr nur outdoor spielen und bei Schlechtwetter Ersatztermine anbieten). Daher unsere Frage an Sie: Würden Sie grundsätzlich dieses Jahr das Sommertheater Klosterneuburg besuchen? Sie würden uns sehr helfen, wenn Sie auf diese Frage per Mail einfach formlos kurz mit „Ja“ oder „Nein“ antworten!“ (Beteiligung unter info@theaterklosterneuburg.at).

Der musikalische Leiter der operklosterneuburg, Christoph Campestrini, hat sich in der Wiener Zeitung Gedanken über die Auswirkungen der Situation auf das Verhältnis zwischen Künstlern und Publikum gemacht: „Die derzeitige Online-Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum während der Corona-Krise wird sicher auch auf Dauer unsere wechselseitige Wahrnehmung verändern. So wichtig es für uns Künstler ist, in ,splendid isolation‘ der Essenz eines Kunstwerks auf den Grund zu gehen, so unabdingbar ist aber auch unser Austausch mit dem Publikum, für das wir das ja alles machen“, so der international anerkannte Dirigent.

Ein wahres Wort. Und ohne Publikum führt sich jegliche Kultur letztlich ad absurdum.