Trotz Baustelle: Freie Fahrt auf B14 in Klosterneuburg. Startschuss für das Großprojekt brachte kaum Komplikationen für den Verkehr.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:31)
Statt vier Spuren sind auf der Strecke nach Wien für die nächsten Monate nur zwei Streifen befahrbar. Der Baustellen-Startschuss erfolgte problemlos.
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Der Tag X für Pendler ist gekommen. Für zweieinhalb Jahre herrscht Baustelle auf der B 14, der Hauptader nach Wien. Offizieller Startschuss für das Großprojekt war am Mittwoch. Nach einer Woche Arbeiten zeigt sich: Das befürchtete Verkehrs-Chaos bleibt derzeit aus.

Nur wenige Autofahrer wagen den Weg in die Bundeshauptstadt. Die drei Matrixtafeln – sie messen vor dem Bahnhof Weidling, auf der Umfahrung und auf der Weidlinger Straße das Verkehrsaufkommen – signalisieren in Großbuchstaben: „Freie Fahrt auf der B 14“. Eine Umleitung auf die Alternativ-Route durch die Kuchelau ist also nicht notwendig.

„Eines der wenigen guten Dinge an der Pandemie ist, dass man sich langsam an die Verkehrsumstellung gewöhnen kann und nicht ins kalte Wasser geschmissen wird.“ Hermann Papouschek, Leiter des Wiener Brückenbaus

„Ich habe relativ wenige Rückmeldungen bekommen, und diese waren fast ausschließlich positiv - das freut mich ungemein!“, bilanziert Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK), „dafür möchte ich allen Beteiligten – der Stadt Wien und dem Klosterneuburger Verkehrsreferat – danken – und natürlich den Verkehrsteilnehmern für die besonnenen und unaufgeregten ersten Tage!“

Die Stadt Wien schließt sich dem Lob an. „Die Verkehrsumstellung ist gut über die Bühne gegangen. Ich bin zuversichtlich, dass es so weitergehen wird“, resümiert Hermann Papouschek, Abteilungsleiter des Wiener Brückenbaus. Der Lockdown begünstigt die Baustelle: „Es ist deutlich weniger Verkehr. Eines der wenigen guten Dinge an der Pandemie ist, dass man sich langsam an die Verkehrsumstellung gewöhnen kann und nicht ins kalte Wasser geschmissen wird.“

Der Sanierungs-Start ohne Komplikationen für Lenker ist für den Abteilungsleiter auch auf die gute Kommunikation zurückzuführen. Papouschek: „Die Leute sind seit Langem gewarnt und haben Respekt vor der neuen Situation.“

Gleichzeitig räumt Papouschek ein: „Interessant wird’s, wenn der Sommer kommt und annähernd normale Umstände herrschen.“ Über die Gesamtdauer der Baustelle gesehen, rät der Experte Pendlern: „Schauen Sie, dass sie irgendwo anders oder zu anderen Zeiten diese Strecke fahren“ – oder mit den Öffis und Rad. Dafür appelliert auch Stadtrat Kehrer: „Die Maßnahmen bei den Öffis als Zubringer zur S-Bahn sind in Betrieb, denn die S 40 wird auch langfristig die schnellste und sicherste Fahrtmöglichkeit an der Baustelle vorbei sein. Auch die Fahrradbrücke beim Kahlenbergerdorf ist endlich offen!“

„Interessant wird’s, wenn der Sommer kommt und annähernd normale Umstände herrschen.“

Das minimale Verkehrsaufkommen ist vermutlich eher die Ausnahme als die Regel – darauf ist man vorbereitet, versichert Kehrer: „Der Verkehr wird wieder zunehmen, und es gilt, die Situation laufend im Auge zu haben. So können wir bei Bedarf an Stellschrauben drehen.“

Dennoch sollte man die Baustelle auch jetzt nicht unterschätzen. Vor allem die Busspur – der Anfang ist nach der Eni-Tankstelle – müssen Pkw-Fahrer besonders beachten, hier hat die Polizei schon im Vorfeld angekündigt, dass eine vorschriftswidrige Benützung rigoros geahndet wird. Und auch der 30er im Baustellbereich wird überwacht.

Pendler, die schon jetzt auf Nummer sicher gehen wollen, finden auf der Homepage der Stadt Wien Webcams, die das Verkehrsaufkommen im Kahlenbergerdorf in Echtzeit zeigt:

www.wien.gv.at/verkehr/verkehrsmanagement/verkehrslage