Neue Strukturen für das Klosterneuburger Stadtmarketing

Erstellt am 22. Juni 2022 | 04:42
Lesezeit: 4 Min
Gute Verhandlungen - Neue Strukturen für das Klosterneuburger Stadtmarketing
Der Verein Stadtmarketing könnte in Zukunft seine Unternehmensform ändern und neue, überarbeitete Aufgaben bekommen.
Foto: Hornstein
Breites Bekenntnis im Ausschuss zum Stadtmarketing, über die Aufgaben und Strukturen wird nun verhandelt.
Werbung
Anzeige

Wie die NÖN laufend berichtete, steht der Verein Stadtmarketing im Kreuzfeuer der Kritik. Nicht nur die FPÖ sieht die Aufgaben des Stadtmarketings nur ungenügend erfüllt, Ende Mai artikulierten auch die Klosterneuburger Grünen ihre Unzufriedenheit mit der Erfüllung seiner Aufgaben und Aktivitäten. „

Stadtmarketing muss mehr sein“, so der Fraktionschef der Grünen Sepp Wimmer. Er fordert unter anderem, die breite Einbindung des Gemeinderats als höchstes Organ der Stadt und die Anpassung der Aufgabenpalette des Stadtmarketings auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Mit der Ankündigung „Mir ist jeder Weg zur Verbesserung recht“, zeigte Landtagsabgeordneter und Stadtrat Christoph Kaufmann (ÖVP) den Willen zur Veränderung.

440_0008_8366111_klo01_03_kl_kaufmann_christoph_picasa.jpg
Wirtschaftsstadrat Christoph Kaufmann ist verhandlungsbereit.
Foto: VP

Auf Initiative von Wirtschaftsstadtrat Christoph Kaufmann widmete sich der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft ausführlich dem Thema Stadtmarketing. „Notwendig wurde dies aufgrund zahlreicher Einwände und Angriffe auf den Verein, der für die Stadtgemeinde vor allem die Tourismusagenden abwickelt“, so Kaufmann.

In dieser Sitzung präsentierte der Geschäftsführer des Vereins, Stefan Gabritsch, den Mitgliedern des Ausschusses dabei nicht nur aktuelle Zahlen, sondern auch das breite Aufgabenspektrum im Bereich Tourismus und Stadtmarketing.

Für Stadtrat Christoph Kaufmann steht auch fest, dass „beide Aufgaben eng miteinander verbunden sind. Jede touristische Werbung richtet sich auch gleichzeitig an die Bürger der Stadt.“

„Wir gehen da sehr offen in die Diskussion, da ich alles, was den Tourismus in der Stadt stärkt, begrüße.“ CHRISTOPH KAUFMANN Wirtschaftsstadtrat, ÖVP

Als Beispiel verweist Kaufmann auf den neuen Radbus nach Passau, der auch den heimischen Radfahrern als Shuttle zur Verfügung steht oder etwa auf die neue „Genussradtour“.

„Beide Produkte wurden vom Verein entwickelt und werden vom Büro gemanagt. Das Büro dient auch als Drehscheibe zu den beiden Tourismusdestinationen Wienerwald und Donau einerseits und zu den Betrieben und Dienstleistern in Klosterneuburg auf der anderen Seite“, erklärt der Wirtschaftsstadtrat.

Kernaufgabe sei dabei vor allem die strategische Ausrichtung des Tourismus. Mit Stadtmarketing-Geschäftsführer Stefan Gabritsch wäre daher auch ein Profi an Bord geholt worden, der zuvor lange Jahre die Geschicke des Wienerwald-Tourismus als Geschäftsführer geleitet hat.

Neue Strukturen sollen mehr Transparenz bringen

Obwohl im Ausschuss viele Zahlen und Fakten bis hin zum Gehalt des Geschäftsführers präsentiert wurden, kritisierten einige Ausschuss-Mitglieder die mangelnde Transparenz im Verein. Auch der Rechnungsabschluss und damit alle Einnahmen und Ausgaben wurden – so sagt Kaufmann – von der Stadtgemeinde geprüft und den Mitgliedern des Ausschusses auch zur Information vorgelegt.

Gute Verhandlungen - Neue Strukturen für das Klosterneuburger Stadtmarketing
Der Verein Stadtmarketing könnte in Zukunft seine Unternehmensform ändern und neue, überarbeitete Aufgaben bekommen.
Foto: Hornstein

Trotzdem gab es den Wunsch nach Veränderungen. Dieser ist vom Ausschuss einstimmig verabschiedet worden. In der kommenden Gemeinderatssitzung soll nun ein Antrag auf Prüfung möglicher neuer Strukturen gestellt werden. „Wir gehen da sehr offen in die Diskussion, da ich alles, was den Tourismus in der Stadt stärkt, begrüße“, meint Stadtrat Kaufmann.

Er weist abschließend auch darauf hin, dass rund 90 Prozent der Mittel ausschließlich für den Tourismus investiert werden und nur ein kleiner Bruchteil tatsächlich für Stadtmarketing. Darunter fiele etwa der gesamte „Klosterneuburg-Gutschein“ oder die Bewerbung von Veranstaltungen.

„Wenn eine Mehrheit im Gemeinderat hier mehr Leistung sehen möchte, dann werden wir dies auch entsprechend dotieren müssen“, so Kaufmann. Mit dem vorhandenen Personal und den Wochenend- und Feiertagsdiensten wäre hier kein zusätzlicher Spielraum möglich. Bis zum Herbst sollen jedenfalls die möglichen neuen Varianten für ein besseres Miteinander präsentiert und diskutiert werden.

„Für mich ist derzeit das Allerwichtigste, dass wir hier wieder auf Basis von Fakten diskutieren“, zeigt Wirtschaftsstadtrat und Stadtmarketing-Vorstandsmitglied Christoph Kaufmann Interesse für konstruktive Veränderungen.

Werbung