Angela Andorrer präsentiert neues Projekt. Klosterneuburger Künstlerin Andorrer entwickelte originelles Projekt – persönlich und doch kontaktlos Nähe und Ferne verbindend.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 04. Dezember 2020 (03:09)
Fotomontage Sternenhimmel und „Hands of Heaven“: ein Kunstprojekt, das es ermöglicht, sich nachhaltig sozial zu engagieren und zugleich ein ganz persönliches künstlerisches Unikat zu erwerben.
Neufeld / Andorrer 2020

“Ich reise auf Blättern und in fremden Händen. Wandere auf ihren Bergen und in ihren Tälern. Folge den Pfaden, den Abzweigungen und den Mustern. Ich kartiere und markiere mit Pinsel und Nadel. Ich bin Reisende, Träumerin und folge den Linien des Lebens.“ So charakterisiert die in Klosterneuburg lebende Künstlerin Angela Andorrer ihre Arbeit.

In Kanada geboren, verbrachte sie ihre Schulzeit in Oberbayern. Als Beruf kam für sie „nur etwas mit Musik (Geige) oder mit bildender Kunst“ in Frage. Letzteres studierte sie in Montreal, Wien und München.

„Ich folge den Linien des Lebens.“ Angela Andorrer, Künstlerin

„Heute lebe ich in einem Atelierhaus mit großem Garten an der Donau. Blätter, Von meinem Vater, einem Antarktisforscher und Professor für Kartographie, erbte ich die Liebe zur Landschaft und zu Karten. Von meiner Mutter, einer Inhaberin eines Stoffgeschäftes, erbte ich die Liebe zum Handwerk. Meine zentralen Themen kreisen um Kartographie und den Körper, in den Bereichen Performance, Fotografie und Zeichnung“, so Andorrer. Seit einigen Jahren konzentriert sie sich auf die Handfläche als Leinwand und malt seitdem Landschaften auf Handflächen. Ein anderer Arbeitszyklus sind die „Blattscapes“, teils sehr große und durchlöcherte Blätter aus der Natur, die bemalt und bestickt werden.

Derzeit arbeitet Andorrer an der „Panoramahandscape“, eine Permanentskulptur im Schlosspark in Waidhofen an der Ybbs (Projektfertigstellung im Juni 2021), und an dem partizipativen und kontaktlosen Projekt „Hands of Heaven“. Aus Fotos von Handflächen, die der Künstlerin digital geschickt werden, entstehen individuelle, gemalte und gestickte Sternenzelte. Mit 24 Karat Gold und Seidengarn entstehen neue Sterne, Verbindungsachsen und ganz persönliche Sternbilder auf dem Foto der Handfläche, das per Email geschickt wurde. Sozusagen Kunst, die berührt, ohne zu berühren.

Handflächen lesen wie ein Sternenzelt

Um ein konkretes Zeichen der Solidarität, Fürsorglichkeit und der Geborgenheit zu setzen, werden 100 Euro jeder Himmelshand an UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, gespendet.

„Die Erkenntnis, dass wir alle letztlich aus Sternenstaub bestehen, brachte mich auf die Idee, Handflächen zu lesen wie ein Sternenzelt, das sich in der Nacht schützend über uns alle legt. In der Zeit des Lockdowns hatten wir infolge der geringen Lichtverschmutzung einen freien Blick auf wunderbar klare Sternenhimmel. So kam ich auf die Idee, das über allen Menschen liegende Himmelszelt mit der Kunst meiner Handscapes zu verbinden“, erklärt Andorrer. Und: „Ich möchte den Eindruck der absoluten Nähe mit dem der Ferne in Einklang bringen.“

Nähere bzw. weitere Informationen sind unter www.andorrer.at/hh zu finden.