Bühnenbild: Große Geste im Klosterneuburger Barockhof. Der international erfolgreiche Bühnenbildner Hans Kudlich betreut schon die neunte Opernproduktion in Klosterneuburg.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. Juni 2021 (05:44)
Ein dramatisches Bühnenbildmodell für „La forza del destino“ hat Hans Kudlich entworfen.
Hans Kudlich, Hans Kudlich

„Es macht mich stolz, bereits die neunte Produktion in Klosterneuburg entwerfen zu dürfen“: Der renommierte Bühnenbildner Hans Kudlich zählt bei der operklosterneuburg schon zum Stammteam und wird diesmal für die optische Gestaltung von Giuseppe Verdis „La forza del destino“ zuständig sein.

Gestaltend in vielen Sparten zu Hause

Die aktuelle Produktion „La forza del destino“ benötigt ein großes, dramatisches Bild, sagt Kudlich: „Das Werk ist dunkel, mystisch und erschließt sich nicht unmittelbar. Es verlangt nach einer dramatischen Setzung. Der Ort bedarf einer großen Geste, reagiert aber immer auf den Kaiserhof, den österreichischen Escorial im Stift Klosterneuburg – ein Außen im Innenraum, eine festliche Inszenierung im barocken Innenhof, die erlaubt, die Stimmen der Sänger und des Orchesters unmittelbar auf das Publikum zu übertragen. Die Geschlossenheit des Kaiserhofes erfüllt die Möglichkeit, die Stimmen der SängerInnen ohne Verstärkung und somit unmittelbar zur Geltung zu bringen. Der Kaiserhof in Klosterneuburg ist in Österreich somit nur mit der der Felsenreitschule in Salzburg vergleichbar.“

„Der Kaiserhof in Klosterneuburg ist in Österreich nur mit der Felsenreitschule in Salzburg vergleichbar.“ Hans Kudlich, Bühnenbildner

Und Hans Kudlich – vielfach ausgezeichnet (unter anderem dreifacher Nestroy-Preisträger und zweifacher Preisträger beim Deutschen Musical Theater Preis), gefragter Ausstellungsarchitekt, TV-Ausstatter, Senior Lector für Szenografie am Max Reinhardt Seminar, tätig in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in England – weiß, wovon er spricht.

Von den Swarowski-Kristallwelten bis zu den Schlumberger Kellerwelten, vom Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn bis zum Volkstheater in den Bezirken, vom Kultfilm „Müllers Büro“ (1990) bis zum Polardom im Tiergarten Schönbrunn: Kudlich ist in vielen Sparten gestaltend zu Hause. In Klosterneuburg hat er unter anderem das Bühnenbild für „Die Verkaufte Braut“ (2004), „Le Comte Ory“ (2017) und zuletzt „Hoffmanns Erzählungen“ (2019) realisiert.

Da das Kulturleben nun endlich wieder anläuft, hat auch Kudlich in nächster Zeit zu tun, „nach ungebührlich langer Zeit“, wie er sagt. Aufträge gibt es etwa für die Volksoper Wien, wo im Dezember das Broadway-Musical „Lady in the Dark“ von Kurt Weill (Libretto: Ira Gershwin) zur Aufführung gelangt.

Im Juni 2022 geht es weiter ans Schlosstheater Fulda (Deutschland), wo das Musical „Robin Hood“ mit Musik von Chris de Burgh und Dennis Martin - nach zweimaliger Verschiebung – uraufgeführt wird, und im Herbst 2022 startet am Landestheater Linz „Fanny und Alexander“ nach dem Film von Ingmar Bergman.

Info und Vorverkauf: 02243/444-424, www.operklosterneuburg.at.