Finanz-Ebbe trotz Sanierung. Entgegen den Erwartungen der Oppositon bleiben die jährlichen Zuschüsse für die Sportstätte konstant. 2018: 1,1 Mio.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:36)
NOEN, NÖN
Mit der Happyland-Sanierung versprach sich die Opposition weniger Abgangsdeckung für die Stadtgemeinde. Das ist nicht eingetreten: 1,1 Millionen Euro schießt Klosterneuburg 2018 zu.

Wenn das Happyland auf der Tagesordnung steht, ist im Gemeinderat Diskussion vorprogrammiert. Diesmal Thema: der Jahresabschluss. 2018 hat die Sportstätten Klosterneuburg GmbH rund 1,58 Millionen Euro erwirtschaftet – und verzeichnet einen Bilanzgewinn von rund 530.000 Euro, gleichzeitig schießt die Stadtgemeinde 1,1 Millionen Euro Abgangsdeckung hinzu. Der Opposition sind die Zahlen ein Dorn im Auge, es hagelt Kritik.

„Auf die einzelnen Zahlen will ich ja gar nicht im Detail eingehen, denn wir wissen, dass ohne Subventionen der Stadtgemeinde und Investitionskostenzuschüssen das Happyland ein schwerer Defizitbetrieb wäre“, rügt Stadtrat Josef Pitschko, „wir sind davon ausgegangen, dass aufgrund der Sanierung großartige Einnahmesteigerungen sein werden, und offensichtlich ist das Gegenteil der Fall.“

„Auf die einzelnen Zahlen will ich ja gar nicht im Detail eingehen, denn wir wissen, dass ohne Subventionen der Stadtgemeinde und Investitionskostenzuschüssen das Happyland ein schwerer Defizitbetrieb wäre“

Ein Ausschnitt aus der Bilanz stößt dem FP-Politiker besonders sauer auf: der Besucher-Rückgang in der Sauna um neun Prozent. Pitschko: „Aus Bekanntenkreisen habe ich gehört, man fährt nach Korneuburg in die Sauna, weil das schöner, besser und überhaupt freundlicher ist.“ Eine längst notwendige Sanierung werde aber immer im Gemeinderat hinausgeschoben, bemängelt der Stadtrat.

Grünen-Stadtrat Sepp Wimmer schlägt in die gleiche Kerbe: „Jetzt kommen noch Sachen, die saniert werden müssen, nachdem die offizielle Sanierung schon abgeschlossen ist“ – als Beispiele nennt Wimmer Sauna, Klima-Anlage oder Dach. Die Grünen wollen Klarheit.

„Wir sind jetzt im Happyland bei einem Abgang von 1,1 Millionen und werden nicht unter eine Million kommen. Wir fordern, dass man der Bevölkerung deutlich sagt, was im Happyland machbar ist – das betrifft auch die Vereine“, meint Wimmer. Die Stadtgemeinde könne es sich nicht leisten, jeden Wunsch zu erfüllen – stattdessen appelliert der Stadtrat transparent aufzuzeigen, welche Ideen tatsächlich realisierbar seien.

„Schaut gar nicht mehr rosig aus“

Unmut über die Bilanz herrscht bei Gemeinderat Walter Wirl (NEOS): „Es wird als Umsatz verbucht, dass wir als Gemeinde dem Happyland Geld geben – dann schaut das gar nicht mehr rosig aus. Die Zahl geht über die Million hinaus, obwohl wir in ruhigere Fahrwasser kommen.“

Ein Punkt, den auch PUK-Stadtrat Johannes Kehrer angreift: „Es wurde immer die Reduktion des Abgangs in Aussicht gestellt. Das ist überhaupt nicht eingetreten, sondern das Gegenteil.“

Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Hofbauer), seines Zeichen größter Kritiker am Happyland, setzt auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: „Ich hoffe, dass die Rechtsordnung funktioniert und dass diejenigen, die für dieses Debakel verantwortlich sind, auch zur Verantwortung gezogen werden.“

Stadtrat Christoph Kaufmann (ÖVP) verteidigt das Happyland: „Es wird immer so getan, als ob mit dem Geld nichts passiert wäre. Es war tatsächlich eine umfassende Modernisierung des Freizeitzentrums.“ Einen neuen Fußballplatz, einen Trainingsplatz, Brandschutz-Maßnahmen oder den Umbau der Mehrzweckhalle führt Kaufmann als Ergebnisse der Groß-Sanierung an. „So schlecht, wie es in diesem Raum immer dargestellt wird, kann das Happyland gar nicht sein“, betont Kaufmann. Die Diskussion im Gemeinderat beschränkte sich auf die politische Perspektive: Happyland-Vertreter waren nicht anwesend.