Eine Donaufahrt wie vor 9.000 Jahren. Holztechnologe und experimenteller Archäologe Eike Mahrdt stellte Einbaum her. Am Altarm ist nun Jungfernfahrt geplant.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 10. Mai 2019 (04:47)
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Den fünf Meter langen Einbaum stellte Eike Mahrdt, Holztechnologe und experimenteller Archäologe, in wochenlanger Handarbeit her.

Dank des Ötzis konnten Wissenschaftler in den letzten Jahren einen besseren Einblick in prähistorische Zeiten gewinnen. Noch etwas weiter zurück, geht Eike Mahrdt, promovierter Holztechnologe an der BOKU und experimenteller Archäologe. Er rekonstruierte einen Einbaum, mit dem die Ur-Klosterneuburger schon vor etwa 9.000 Jahren auf der Donau unterwegs waren. Am Mittwoch, 15. Mai, will er nun damit eine erste Fahrt am Donaualtarm in Greifenstein unternehmen.

„In den letzten Monaten fertigte ich eine Rekonstruktion eines prähistorischen Einbaums an. Dafür höhlte ich einen fünf Meter langen Lindenstamm mit historischem Werkzeug aus“, erklärt Mahrdt.

Zeitreise in das Mesolithikum

Einbäume aus Lindenholz waren die bevorzugte Holzwahl im Mesolithikum, vor rund 9.000 Jahren, und waren unter anderen die ersten Wasserfahrzeuge der Menschheit. Auf den vielen Donauarmen im prähistorischen Niederösterreich waren sie ein verbreitetes Wasserfahrzeug für Jäger und Fischer und dienten als Transportmittel für Händler. Auf den Wasserwegen war es einfacher und schneller voranzukommen, als durch die dichten Laubmischwälder, die das Land flächenmäßig bedeckten.

Der in wochenlanger Arbeit entstandene Einbaum, der eine Länge von fünf Metern hat, soll nun seine Jungfernfahrt bestreiten. Dazu suchte sich Mahrdt den Altarm in Greifenstein aus. Am Mittwoch, 15. Mai, soll das prähistorische Spektakel dort um die Mittagszeit über die Bühne gehen.