Kampf um Weißen Hof in Klosterneuburg. Weiter wird um den Erhalt des Weißen Hofes gekämpft. Doch die AUVA stellt klar: „Bis 2026 wird am Standort Meidling ein neues Rehabilitationszentrum entstehen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 18. Februar 2021 (03:29)
Ehemalige Patienten des Weißen Hofes trafen sich mit AUVA-Betriebsräten und den beiden Vertretern der SPÖ Klosterneuburg, Klubvorsitzender Karl Schmid sowie Stadtparteiobmann Michael Wieshaider, und dem SPÖ-Abgeordneten Rudolf Silvan vor dem Gelände des Weißen Hofes.
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Hoffnung machen sich der SPÖ-Abgeordnete Rudolf Silvan und der frühere Patient Magier Toni Rei, dass der Weiße Hof der AUVA in Klosterneuburg erhalten bleibt. Genährt wurde diese Hoffnung durch das Abwenden einer angeblichen Schließung des AUVA-Standortes UKH Lorenz Böhler. Die AUVA berichtigt: „Der Gesundheitsstandort war zu keiner Zeit infrage gestellt.“

Auch was den Weißen Hof betrifft, spricht die AUVA Klartext. „Bis 2026 wird am Standort Meidling ein neues Rehabilitationszentrum im Verbund mit dem Standort des Traumazentrums Wien entstehen. Es gibt keinen Grund, die Pläne bezüglich des Weißen Hofs zu ändern. Verhandlungen über eine etwaige Nachnutzung des Areals sind im Laufen. Der Kontakt mit dem Land Niederösterreich, der Stadt Klosterneuburg sowie anderen Sozialversicherungsträgern ist gegeben. Von Beginn an war klar: Wir wollen hier eine Nachfolge aus dem Gesundheitsbereich gewinnen. In unserer Planung steht das Wohl von Patienten im Fokus“, stellt die Presseabteilung der AUVA klar.

„Es gibt keinen Grund, die Pläne bezüglich des Weißen Hofs zu ändern. Verhandlungen über eine etwaige Nachnutzung des Areals sind im Laufen.“ AUVA Pressestelle

Was das Traumazentrum Wien - Standort Lorenz Böhler betrifft, ersucht die AUVA-Pressestelle um Klarstellung: „Die AUVA und die Gemeinde Wien entwickeln gemeinsam neue Konzepte zur Verbesserung der traumatologischen Versorgung der Patientinnen und Patienten. Unter dem Stichwort Schaffung von übergreifenden Traumanetzwerken werden die Standorte der AUVA fachlich abgestimmt und neu ausgerichtet.“

Mit negativen Coronatests ausgestattet, trafen sich in der Zwischenzeit ehemalige Patienten des Weißen Hofes – Susanne Prager-Schugardt, Thomas Musska und Magier Tony Rei – mit AUVA-Zentralbetriebsrat Erik Lenz, den Arbeiter-Betriebsräten Svetlana Hochmeister und Alexander Koll sowie den Angestellten-Betriebsräten Klaus Kronsteiner und Siegmund Lindner, mit den beiden Vertretern der SPÖ Klosterneuburg Klubvorsitzender Karl Schmid sowie Stadtparteiobmann Michael Wieshaider und SPÖ-Nationalratsabgeordneten Rudolf Silvan vor dem Gelände des Weißen Hofes der AUVA, um die weiteren Schritte ihrer Allianz für den Erhalt des Weißen Hofes in Klosterneuburg zu besprechen.

Eine Kooperation am Weißen Hof zwischen der AUVA und den anderen Sozialversicherungsträgern könnte laut Silvan ein wesentlicher Baustein des Erhalts des Standortes in Klosterneuburg sein.

Auch in der Bevölkerung scheint die Unterstützung für die Erhaltung des weißen Hofes groß zu sein. Susanne Prager-Schugardt und Thomas Musska konnten in kürzester Zeit mittels Petition über 18.000 Unterschriften für den Erhalt des Weißen Hofes sammeln. Seitens der AUVA würde argumentiert, dass der weiße Hof nicht ausreichend ausgelastet wäre. Tatsache sei aber, dass fast 400 Patienten auf eine Aufnahme warten.

Die Aufnahme dieser Patienten sei aber aufgrund von Personalmangel nicht möglich, denn die AUVA würde sich aufgrund der ungewissen Zukunft des Weißen Hofes dabei schwertun, neues Personal für die Einrichtung zu finden.

„Die österreichische Bevölkerung ist in den letzten 20 Jahren gewachsen, die Gesundheitseinrichtungen wurden aber verkleinert“, argumentiert Silvan. Nach der Corona-Krise müsse daher ein Umdenken stattfinden. Dass ein Traumazentrum rund um das UKH Meidling sowie die darauf folgende Akut-Reha direkt am Standort Meidling konzentriert werden sollen, entspräche internationalen Standards und ist sinnvoll. Dies schließe jedoch eine Nachnutzung des Standorts Weißer Hof keinesfalls aus.

„Die österreichische Bevölkerung ist in den letzten 20 Jahren gewachsen, die Gesundheitseinrichtungen wurden aber verkleinert“

„Ein Antrag des Verwaltungsrates der AUVA befasste sich bereits im Jahr 2019 mit der Verlagerung von Rehabetten vom Weißen Hof (Klosterneuburg) in das Rehazentrum Wien Meidling. Die Generaldirektion der AUVA wurde beauftragt, Nachnutzungskonzepte für den Standort Weißer Hof zu entwickeln“, erklärt Silvan und hofft, „dass das türkis-blaue Kaputtsparen im Gesundheitssystem nun ein Ende hat“.

Der Weiße Hof sei nach wie vor ideal für die Langzeitrehabilitation von schwerst versehrten Patienten. „Alle Rehaeinrichtungen liegen abgelegen im Grünen, es wäre völlig gegen den Trend, diese optimale Lage in Klosterneuburg aufzugeben“, so Silvan abschließend.