Klosterneuburg: Gastgärten als Option für Öffnung. Gastronomie und Hotellerie warten auf Entscheidungen. Im Freien könnten Lokale wieder bewirten.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:57)
Bereits seit dem ersten Lockdown bietet Manuel Hammer (l.) in der „Gastwirtschaft zum Ockermüller“ in Kritzendorf Take Away an, das unter anderem auch Flo Havel und das Rote Kreuz nutzten. Nun hofft er auf eine „Wiedereröffnung im Gastgarten“.
Rotes Kreuz

 „Habt Ihr schon Pläne für den Sommerurlaub?“ – Diese Frage wurde wohl schon jedem gestellt. Die Antwort darauf ist allerdings nicht einfach. Ob oder wie und wann wir ins In- oder Ausland wieder reisen können und dürfen, ist derzeit noch offen. Nicht nur diejenigen, die sich nach Meer, Bergen oder einfach nur einer Auszeit sehnen, warten sehnsüchtig auf eine Antwort, sondern vor allem auch diejenigen, die Hotels, Apartments oder Pensionen führen.

Tourismusstadtrat Christoph Kaufmann, Christoph Vielhaber, Geschäftsführer Wienerwald Tourismus, Tourismus-Obmann Michael Reichenauer-Kofler und Campingplatz-Geschäftsführer Franz Libal (v.l.) machten sich schon im September Gedanken, wie es mit dem Tourismus in Klosterneuburg weitergehen kann.
Heindl

Einer, der sicherlich sehr gut die Nöte und Ängste der Klosterneuburger Beherbergungsbetriebe und des Tourismus allgemein verstehen kann, ist Michael Reichenauer-Kofler, Obmann und Geschäftsführer des Vereins „Stadtmarketing & Tourismus Klosterneuburg“. „Die Hotellerie zählt wohl zu den am härtesten betroffenen Branchen der Krise. Ein Nächtigungsminus von über 50 Prozent im abgelaufenen Jahr sagt wohl alles. Derzeit kommt noch dazu, dass eine Planungssicherheit nicht gegeben ist und die Reisetätigkeit in den nächsten Monaten nicht einschätzbar ist“, fasst Reichenauer-Kofler die derzeitige Situation der Hotellerie der Babenbergerstadt zusammen. Vor allem die Unsicherheit, wie es in den nächsten Monaten weitergehen wird, macht den Touristikern zu schaffen.

„Die nicht mögliche Planbarkeit ist eine der größten Herausforderungen im Jahr 2021, denn es gilt zu vermeiden, dass es zu neuen Lockdowns kommt, gleichzeitig muss die Pandemie in den Griff bekommen werden, die Betriebe müssen vor Schließungen bewahrt werden. Hier geht es natürlich nicht nur um die Bewerbung unserer Stadt, sondern es hängen auch zahlreiche Arbeitsplätze daran“, erklärt Reichenauer-Kofler.

„Betriebe halten das nicht mehr lange durch“

Aber welche Alternativen hat die Hotellerie in diesen Zeiten? „Alternativen sind in der Hotellerie – nicht nur in Klosterneuburg – Mangelware. Liefer- oder Abholservice ist nur bei jenen Betrieben möglich, die auch ein Restaurant betreiben. Solange es nicht erlaubt ist, die Betriebe unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen zu öffnen, wird sich an der Situation auch nichts ändern“, ist sich Reichenauer-Kofler sicher.

Auf diese Sicherheitskonzepte setzt Reichenauer-Kofler auch seine Hoffnungen: „Es gibt bereits einige Konzepte zu möglichen Öffnungsschritten. Von der Regierung wünsche ich mir, dass mit Augenmaß und unter Beiziehung der Betriebsvertreter diese Hygiene-Konzepte auch umgesetzt werden. Natürlich liegt es nicht in der Hand der Regierung, wie es mit Covid-19 weitergeht, allerdings muss man sich auch vorausschauend Unterstützungen überlegen, falls es doch noch länger dauert, denn die Betriebe halten das nicht mehr lange finanziell durch.“

Warten auf den Frühling

Nicht nur die Hotellerie kämpft seit Monaten mit Sicherheitskonzepten und schlussendlich der kompletten Schließung. Auch die Gastronomie – in Klosterneuburg und ganz Österreich – ist eine der Branchen, die am meisten unter den Maßnahmen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen. Nur Abhol- und Lieferservice, das Tragen von Masken auf dem Weg zum und vom Tisch oder begrenzte Gästezahl pro Tisch – dies alles waren in den vergangenen Monate Konzepte, die die Gastronomen in Klosterneuburg umgesetzt haben. Momentan haben die Wirte wieder zu. Und das nicht nur zum Leidwesen der Gastronomen, sondern auch ihrer Gäste, die sich auf ein gemütliches Treffen in ihrem Stammlokal freuen. Aber wie kann das in naher Zukunft aussehen?

Für den Kritzendorfer Gastronomen Manuel Hammer liegt die große Hoffnung auf wärmeren Temperaturen und der damit verbundenen Öffnung der Gastgärten. „Die Perspektive richtet sich nach vorne in den Gastgartenbereich. Ich habe die Hoffnung, dass wir im Freien wieder anfangen können“, wagt Hammer einen Ausblick auf den – hoffentlich bald kommenden – Frühling.

„Die nicht mögliche Planbarkeit ist eine der größten Herausforderungen im Jahr 2021.“ Michael Reichenauer-Kofler, Obmann des Vereins „Stadtmarketing & Tourismus Klosterneuburg“

Anders als nach dem ersten Lockdown kann er sich dafür einen Betrieb in den Innenräumen mit den derzeitigen Bestimmungen nicht vorstellen. „Das ist auch emotional schwer. Die Menschen haben nun ein halbes Jahr gelernt, nicht ohne Maske im Inneren zu sein“, so Hammer. So sei es dann auch nicht vorstellbar, dass Gäste dann längere Zeit ohne Maske am Tisch sitzen könnten – egal wie und wann sie getestet wären. Aber dennoch ist sich Hammer sicher, dass eine Öffnung der Gastgärten kommen und vor allem auch von den Menschen eingefordert werden wird. Und im Gastgarten können Wirte die Corona-Maßnahmen einhalten und kontrollieren. „Die Mitarbeiter sind getestet, Gäste können Abstände einhalten, und es ist nachvollziehbar, wer wo war“, versichert Hammer.

Für ihn ist dies die beste Option: Mit Regeln, die kontrolliert und gesteuert werden können, den Besuch beim Wirten wieder zu ermöglichen.

Allerdings hofft Hammer, dass es vonseiten der Politik eine entsprechende Vorlaufzeit geben wird. Wirte müssen sich auf ein neues – vielleicht auch kleineres – Angebot einstellen, und auch der Handel dahinter muss sich dann erst wieder neu aufstellen.

Ob, wann und wie eine Öffnung der Gastronomie kommen wird, ist derzeit noch unsicher. Nur eines ist – zumindest – für Hammer sicher: „Die Leute werden nach diesem traurigen Winter diese Option brauchen.“

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