Klosterneuburg: Digitales Investment hilft jetzt. Die Investitionen der Stadt machen Distance Learning leichter – eine Herausforderung bleibt es dennoch für alle.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 20. Januar 2021 (03:07)
Wenn der Küchentisch zur Schulbank wird: Bereits zum dritten Mal in den letzten zehn Monaten wurde die Schule auf Distance Learning umgestellt. Derzeit sind etwa 50 Prozent der Klosterneuburg Schüler und 14 Jahre in der Betreuung in den Schulen.
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Jeder, der Kinder hat, ist seit Monaten mit einem großen Thema beschäftigt: Homeschooling beherrscht nicht nur das Leben der Kleinen, auch für viele Eltern sind durch die Schließungen der Schulen neue Aufgaben hinzugekommen, die nicht immer leicht zu bewältigen sind.

Als im März der erste Lockdown und die damit verbundene Umstellung der Schulen auf Distance Learning verkündet wurde, war die Verunsicherung unter Eltern, Schülern und Lehrern groß. Wie wird sich der Unterricht gestaltet? Wie wird das Unterrichten via Internet, Onlinemeetings und Lehraufträgen gestalten? Wie sehr wird uns das alles fordern?

„Digitaler Unterricht ist wie Skifahren im Nebel: jedes Mal, wenn einer verloren geht, müssen alle raufstapfen und ihn suchen“ Bildungsstadträtin Maria-Theresia Eder (ÖVP)

Mitten im dritten Lockdown und der dritten Phase des Homeschoolings sind alle Beteiligten – gewollt oder ungewollt – routinierter in diesem Bereich geworden. Von Taferlklasslern bis hin zu den diesjährigen Maturanten: Das Schulleben hat sich in den letzten Monaten grundlegend geändert.

Digitale Tafen, Headsets und Laptops

Die unterschiedlichsten Seiten des neuen Schullebens kennt Bildungsstadträtin Maria-Theresia Eder besonders gut. Als Bildungspolitikerin, Lehrerin und Mutter war auch sie in den letzten Monaten besonders gefordert. Sie unterrichtet in einer Wiener HTL und freut sich – so wie wahrscheinlich alle –, wenn sie wieder mit ihren Schülern in einem Klassenzimmer sein kann. „Digitaler Unterricht ist wie Skifahren im Nebel: jedes Mal, wenn einer verloren geht, müssen alle raufstapfen und ihn suchen“, zieht Eder einen Vergleich. Denn auch, wenn der Unterricht via Computer gut funktioniert, kann dies den Regelbetrieb nicht ganz ersetzen.

Positive Rückmeldungen zur aktuellen Situation hat Eder auch von den Klosterneuburger Schulen bekommen. Allerdings sind hier nun – während des dritten Lockdowns – bis zu 50 Prozent der Schüler auch derzeit an den einzelnen Schulen.

Nicht nur für die Schüler und deren Eltern ist die momentane Situation herausfordernd. Auch Lehrer – so wie Bildungsstadträtin Maria-Theresia Eder – wünschen sich den „Normalbetrieb“ in den Schulen zurück.
privat

„Es hat sich ausgezahlt, dass die Stadtgemeinde vor zwei Jahren begonnen hat, in die digitale Infrastruktur zu investieren“, erklärt Eder. Durch die digitalen Tafeln, die bereits in vielen Klassenzimmern installiert wurden, ist es möglich, dass die Schüler – egal ob vor Ort in der Schule oder im Homeschooling – den gleichen Lerninhalt sehen können und somit getrennt, aber doch gemeinsam am Unterricht teilnehmen können. Außerdem wurden alle Klosterneuburger Lehrer mit Laptops ausgestattet, um ihre Schüler in der Zeit des Distance Learning erreichen und bestmöglich unterstützen zu können.

Damit auch die Schüler, die derzeit in den Schulen betreut werden, an dem digitalen Unterricht richtig teilnehmen können, wurden die Schulen mit Headsets ausgestattet.

Trennung von Schul- und Freizeit

Diese neuen Unterrichtsmittel sind dann ebenfalls nützlich, wenn vom Distance Learning und der Betreuung in der Schule gegebenenfalls in einen Schichtbetrieb an den Schulen wechselt. So haben alle Schüler immer den gleichen Lerninhalt zur Verfügung.

Und auf eine Normalisierung des Schulalltags warten wahrscheinlich schon alle sehnsüchtig. Schüler, die endlich wieder mit ihren Freunden gemeinsam in einem Klassenzimmer sitzen wollen. Eltern, deren Nerven bei Home Schooling und Home Office manchmal etwas strapaziert werden und natürlich auch Lehrer, die wieder vor Ort auf die Bedürfnisse und Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler eingehen wollen. So auch Bildungsstadträtin Eder. „Mit viel Geduld und Flexibilität, die wir derzeit alle brauchen und der nötigen Disziplin können wir durch die nächsten Monate kommen. Und natürlich mit der Hoffnung, dass alles bald vorbei ist“, appelliert Eder a n Schüler und Eltern auch noch die nächsten Wochen gut hinzubekommen.

„Mit viel Geduld und Flexibilität, die wir derzeit alle brauchen und der nötigen Disziplin können wir durch die nächsten Monate kommen. Und natürlich mit der Hoffnung, dass alles bald vorbei ist“,

Damit diese Wochen hoffentlich entspannt über die Bühne gehen, hat Eder noch einen Tipp. Sie empfiehlt allen Eltern, auch weiterhin einen strukturierten Alltag beizubehalten. So sollte eine strikte Trennung von „Schulzeit“ und „Freizeit“ eingehalten werden, damit wir alle dieser Zeit – im Rückblick – vielleicht doch ein halbwegs gutes Zeugnis ausstellen können.

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