Erstellt am 30. Juli 2015, 05:01

von NÖN Redaktion

Jeder, der fällt, hat Flügel. Produzentin Klara von Veegh und Regisseur Peter Brunner haben beim Internationalen Filmfestival im tschechischen Karlsbad den Spezialpreis der Jury gewonnen.

»Jeder, der fällt, hat Flügel«: Renate Hild (l.), Mutter des Regisseurs, spielt die Großmutter, die sich von ihrer Enkelin (Jana McKinnon) verabschiedet. Der von Klara van Veegh produzierte Film wurde beim Internationalen Filmfestival in Karlsbad (Tschechien) preisgekrönt.  |  NOEN, www.kviff.com

Großer Erfolg für die ehemalige Klosterneuburgerin Klara von Veegh beim 50. Karlovy Vary International Film Festival: Als Produzentin des Langfilms „Jeder, der fällt, hat Flügel“ hat sie den zweitgrößten Preis - den Special Jury Prize (15.000 USD) - eingeheimst. Veegh, die sich noch immer sehr mit Klosterneuburg verbunden fühlt, hofft nun, Aufmerksamkeit auf den Film zu lenken: „Damit wir einen österreichischen Vertrieb finden können und um in Österreich im Kino laufen zu können.“

„Those who fall have wings“ lautet der Titel des Films in der englischen Fassung. Es ist durchaus eine melancholische Geschichte: Eine ältere Frau (Renate Hild) verabschiedet sich von ihren Enkelinnen (Jana McKinnon und die dreijährige Pia Dolezal) und bereitet sie auf die Zeit vor, wenn sie nicht mehr da sein wird. Christos Haas erscheint als nackter schwarzer Todesengel, als die Zeit gekommen ist. Trauer und Erinnerung prägen den Film. Die Dreharbeiten fanden im Landhaus der kurz davor verstorbenen Großmutter des Regisseurs Peter Brunner statt.

Sicher ein Film abseits des kommerziellen Mainstreams, kompromisslos in seiner Schmerzlichkeit und in der Abkehr von klassischer Erzählhaltung, voller Symbole und Suggestionen, mit Anklängen an ein Gedicht von Ingeborg Bachmann („Das Spiel ist aus“), mit Musik von Schumann („Ich hab im Traum geweinet“) und Beethoven (Streichquartett op.131) als adäquate akustische Begleitung. Die internationale Auszeichnung beim renommierten tschechischen Filmfestival lässt hoffen, dass qualitätsvolle Filmkunst auch jenseits trivialer Massenunterhaltung angemessen rezipiert wird.