„Pflanzen-Aliens“ sorgen für Probleme in Klosterneuburg. Umweltstadtrat Wimmer (Grüne) sieht dringend Handlungsbedarf und führt Beispiel „Eschensterben“ an. Umweltgemeinderat Spitzbart (ÖVP): „Es wird etwas getan.“

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 13. September 2017 (05:31)
SG Tulln

Das Eschentriebsterben nahm vergangene Woche auch in Klosterneuburg neue Dimensionen an. Zu den bereits gesperrten Revieren Haschhof (Buchberg) und Redlinger (Redlingerhütte) kam auch noch der Aupark hinzu. Die Au in Korneuburg wurde gar bis mindestens März 2018 verlängert. Umweltstadtrat Sepp Wimmer (Grüne) fordert von der Stadtgemeinde rasches Handeln. Unter anderem durch Erstellung einer Liste eingeschleppter Schadpflanzen (Neophyten) und die Installierung eines Klosterneuburger Neophyten-Managements.

Neophyten als Gefahr für Mensch und Natur

„Das Problem ist nicht nur, dass sie sich flächendeckend ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen, viele von ihnen sind auch gesundheitsschädlich“, argumentiert Wimmer. Den Riesen-Bärenklau, Ragweed, den japanischen Staudenknöterich, das Drüsen-Springkraut sowie das falsche weiße Stengelbecherchen, das derzeit den gesamten heimischen Eschenbestand bedroht, nennt er als Beispiele.

Er schiebt die Verantwortung der ÖVP Stadtregierung zu, da sie die Zuständigkeit für diesen Umweltbereich nach der Gemeinderatswahl seinem Umweltausschuss entzogen hätte und dies nun in den Bereich von ÖVP-Stadtrat Honeder falle. Wimmer: „Ich fordere rasche Information über die Verbreitung dieser Neophyten, die Etablierung eines Neophyten-Managements und eine Schulung der Mitarbeiter der Stadt, die damit zu tun haben“.

Spitzbart: „Wimmer will nur anpatzen“

Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart (ÖVP) kontert: „Es ist wieder einmal typisch für Wimmer, dass er die ernste und traurige Situation rund um das Eschentriebsterben zum Anlass nimmt, um den Mitbewerber anzupatzen und politisches Kleingeld zu wechseln.“ Wimmer liege auch inhaltlich falsch, wenn er behaupte, dass nichts getan werde. „Gemeinsam mit dem Biosphärenpark Management Wienerwald gibt es zwei Projekte in diesem Themenbereich, die von der Stadtgemeinde unterstützt werden“, klärt Spitzbart auf. Bei einem Projekt gehe es um die Bekämpfung von Neobiota (Pflanzen und Tiere; Anmerkung der Redaktion), bei einem weiteren um die Kartierung derselben.

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