Erstellt am 14. Mai 2014, 08:17

von Christoph Hornstein

Karlheinz Essl zieht sich komplett zurück. Baumax-Krise / Der Erfinder der Heimwerkerkette übergibt den Aufsichtsratsvorsitz seinem Sohn Martin. Museum soll bestehen bleiben.

Karlheinz Essl. Foto: APA/Pfarrhofer  |  NOEN, HERBERT PFARRHOFER
KLOSTERNEUBURG / Noch vor der Präsentation der Bilanz 2013 und des Sanierungsplans des Baumax-Konzerns erfolgte eine Hofübergabe bei der Familie Essl: Gemäß einer APA-Meldung hat Karlheinz Essl den Aufsichtsratsvorsitz an seinen Sohn Martin übergeben. Karlheinz Essl zieht sich somit aus allen Gremien des Baumax-Konzerns zurück. An seiner Tätigkeit im Kunstbereich ändere sich aber nichts, hieß es auf APA-Anfrage.

Martin Essl wechselte erst kürzlich offiziell in das Kontrollgremium, nachdem er bei Baumax 30 Jahre operativ tätig gewesen war. Sein Vater übergab ihm den Vorstandsvorsitz 1999 und wechselte selbst in den Aufsichtsrat.

Das Kontrollgremium der Heimwerkerkette setzt sich nunmehr aus Sohn Martin Essl in der Funktion des Vorsitzenden, Rudolf Humer in der Funktion seines Stellvertreters sowie der ehemaligen BAWAG-Vorständin Regina Prehofer, Erik Eckert und Michael Lentsch zusammen.

86 Millionen stehen in den Büchern

Einer Meldung der Zeitung „Standard“ gemäß soll das Auktionshaus Sotheby’s London mit der Erstellung eines Gutachtens zum Wert der Sammlung Essl beauftragt worden sein. Diese Meldung ist allerdings nicht bestätigt worden. Weder bei Sotheby’s noch in der Sammlung Essl wollte man diese Nachricht kommentieren. Laut dem Artikel sei „der Verwertungserlös der Kunstwerke“ für die Sanierung der angeschlagenen Baumarkt-Kette Baumax unerlässlich.

Derzeit stehen die Kunstwerke mit 86 Millionen Euro in den Büchern, Sotheby’s solle nun den aktuellen Wert erheben; der Verkauf bis spätestens Ende des Jahres abgewickelt werden, so der „Standard“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Gläubiger sollen allerdings Druck für ein schnelleres Vorgehen machen. Die Baumax-Sprecherin war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Sammlung und Museum sollen bestehen bleiben 

Essl hatte zuletzt für Aufregung und öffentliche Kontroversen gesorgt, weil er durch einen Verkauf der Sammlung an die Republik seinen finanziell schwer angeschlagenen Konzern sanieren wollte. Die Republik hatte dieses Angebot abgelehnt, nach einem Runden Tisch zur Situation von Baumax mit Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) und den Banken hatte es allerdings geheißen, dass sowohl die Sammlung Essl als auch das dazugehörige Museum in Klosterneuburg bestehen bleiben soll.