Auch Klosterneuburg hat die Raser im Blick. Auch wenn Klosterneuburg keine expliziten Raserstrecken hat, wird gegen hohe Geschwindigkeit vorgegangen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 08. September 2021 (05:04)
Darüber spricht Raser in Klosterneuburg - Beseitigung der Gefahr im Blick
Die neue Verkehrsinsel Ecke Kierlinger Straße/Lessinggasse ist nur ein Punkt, der für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen soll. Foto: Wagner
Wagner

Wer kennt es nicht: Einmal schnell aufs Gas gestiegen, vielleicht ist man dazu auch noch ein bisschen unaufmerksam, und schon ist man zu schnell dran. Aber zwischen ein „bisschen die Geschwindigkeitsgrenze übersteigen“ und Raserei ist ein Unterschied. Und dieser Unterschied macht sich nun auch finanziell bemerkbar.

„Heuer hatten wir keine besonders hohen Überschreitungen. Meistens sind es bis zu 20 km/h zu viel. Nur in Einzelfällen gibt es Überschreitungen, die darüber liegen.“ Oskar Sommer, Polizei Klosterneuburg

Seit 1. September sind die Strafen für Raser erhöht worden. Höhere Geldstrafen und längerer Führerscheinentzug sollen auf jene wirken, die die Geschwindigkeiten massiv überschreiten und somit nicht nur ihr, sondern das Leben vieler andere gefährden.

Seit Jahresanfang kamen in Niederösterreich 57 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um zwei Todesopfer mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Österreichweit starben heuer sogar bereits 224 Menschen im Straßenverkehr. Die Hauptunfallursachen waren zu hohe Geschwindigkeit sowie Unachtsamkeit und Ablenkung.

Die höheren Strafen sollen dazu beitragen, dass zumindest die Geschwindigkeit reduziert wird. Besonders auf bekannten Raserstrecken kommt es durch zu hohe Geschwindigkeit – gepaart mit Selbstüberschätzung – immer wieder zu Unfällen mit tragischem Ende. Klosterneuburg bleibt davon meistens verschont. Zumal es in und um die Babenbergerstadt keine bedeutenden Raserstrecken gibt.

Exelberg: Keine massive Überschreitung

Aber wo wird dann in Klosterneuburg beziehungsweise im Bezirk am meisten gestraft? Auf diese Frage kann Bezirkshauptmann Andreas Riemer keine eindeutige Antwort geben, da der Bezirkshauptmannschaft keine entsprechenden Statistiken vorliegen.

Allerdings werden vom Fachgebiet Verkehr regelmäßig Unfallhäufungsstrecken begutachtet. „Hier muss es sich aber nicht um ,klassische Raserstrecken’ handeln. Natürlich wird laufend im Einvernehmen mit den Straßenerhaltern an Verbesserungen gearbeitet“, erklärt Riemer die Bemühung für mehr Sicherheit.

Eine dieser Strecken, wo es nicht nur immer wieder zu – schweren – Unfällen kommt, sondern auch regelmäßig Lenker bei Geschwindigkeitsübertretungen erwischt werden, ist der Exelberg. Hier sind es vor allem Motorradfahrer, die zu schnell unterwegs sind. „Heuer hatten wir keine besonders hohen Überschreitungen. Meistens sind es bis zu 20 km/h zuviel. Nur in Einzelfällen gibt es Überschreitungen, die darüber liegen“, berichtet Oskar Sommer von der Polizei Klosterneuburg über die Erfahrungen der letzten Monate.

Auf Input der Bürger wird eingegangen

Sommer bestätigt aber gleichzeitig auch, dass es in und um Klosterneuburg keine expliziten Raserstrecken gibt. Aber auch innerorts kommt es immer wieder zu Geschwindigkeitsübertretungen. Hier ist die Stadtgemeinde Klosterneuburg – in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Tulln – gefordert, neuralgische Punkte zu entschärfen.

Oftmals wenden sich Anrainer von solchen Punkten an die Stadt. „Wenn es konkrete Anliegen gibt, werden diese im Verkehrsausschuss oder im Zuge einer verkehrstechnischen Überprüfung durch das Land Niederösterreich und die Bezirkshauptmannschaft Tulln, deren Amtssachverständige, behandelt“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Außerdem hat das Verkehrsreferat der Stadtgemeinde drei Geschwindigkeitsanzeiger ständig im Umlauf. Beim Aufstellen dieser Anzeiger wird – teilweise – auch auf die Wünsche der Bürger eingegangen.

Dass Geschwindigkeitsüberschreitungen einzelner innerorts in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden immer ein Thema ist, zeigt ein Blick in die Sozialen Medien. Immer wieder wird hier von Klosterneuburgern berichtet, wie rücksichtslose Autofahrer – in ihren Augen – Gefahrensituationen hervorrufen. Eine Forderung, die nicht nur in Klosterneuburg immer wieder aufs Tableau kommt, ist ein flächendeckender 30er in geschlossenen Ortschaften. Dieser Forderung schließt sich auch der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ an. Sie fordern Tempo 30 im Ort, Tempo 80 auf Freilandstraßen und die Erweiterung des Vormerksystems.

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