Ein gemeinsamer Pakt für das Klima in Klosterneuburg. ÖVP, PUK und Grüne erarbeiten gemeinsam eine Umwelt-Themensammlung.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 11. September 2019 (04:05)
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Auf Anhieb konnte Klosterneuburg vier von fünf Punkten im Klimaprogramm „e5“ einheimsen. ÖVP, PUK und Grüne suchen nach weiteren Maßnahmen.

Fünf „e“-s gibt es zu holen, bei der ersten externen Auditierung holte Klosterneuburg gleich vier. Mit dem „e5“-Klimaschutzprogramm setzt die Stadtgemeinde Maßnahmen für die Umwelt. 2017 ist die Babenbergerstadt dem internationalen Programm beigetreten. Bereits 2011, mit der Erstellung des Energiekonzepts, wurde der Grundstein für die Klimaschutzmaßnahmen gelegt.

„Der Erhalt eines ,e‘ ist mit einer Haube in der Gastronomie vergleichbar, je mehr ,e‘, desto höher der Umsetzungsgrad von Energieeffizienzmaßnahmen“, erklärt Stadtrat Leopold Spitzbart (ÖVP). Die „e5“-Gemeinden müssen sich in regelmäßigen Abständen einer externen Prüfung stellen, bei der ihre Erfolge sichtbar und mit anderen Gemeinden vergleichbar werden. Vizebürgermeister Roland Honeder (ÖVP): „Ich habe seit dem Jahr 2010 mit meinem Kollegen Stadtrat Spitzbart an aktiver Klimaschutzpolitik für unsere Heimatstadt gearbeitet. Es freut mich sehr, dass diese langjährige und sehr intensive Arbeit mit fast täglichen Anrufen und Projektbesprechungen nun so belohnt wurde.“

Schulterschluss für Klimamaßnahmen

In Sachen Klimaschutz will die Stadtgemeinde noch einen Schritt weiter gehen: Mit Dringlichkeitsanträgen im Gemeinderat forderten ÖVP, Grüne und PUK im Juni mehr Maßnahmen. Im Stadt-Parlament wurde ein parteiübergreifender Schulterschluss entschieden: Gemeinsam sollen die drei Fraktionen eine Themensammlung ausarbeiten. Mit dem Katalog will sich die Stadt dann an das Land wenden.

Bis vergangene Woche konnten die Parteien ihre Maßnahmen einbringen. Stadtrat Spitzbart: „Wir sehen, dass es ein Problem in der NÖ Bauordnung gibt. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“

„Der Hund liegt im Detail begraben“, hakt PUK-Chefin Teresa Arrieta ein, „viele Bausünden der letzten Jahre sind ganz offiziell durch die NÖ Bauordnung gedeckt.“

Die PUK fordert Dach- und Fassadenbegrünungen als Ausgleich für Grundstückversiegelungsobergrenzen, gleichzeitig sollen ungenutzte und bebaute Flächen der Energienutzung dienen. Regenwassermanagementsysteme und neue Versickerungsflächen sind von der PUK angedacht. Arrieta: „Ebenso gehört der konsequente Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit noch mehr Radwegen dazu, sowie die Gestaltung von offenen öffentlichen unverparkten Flächen zum Verweilen in der Stadt.“

„Der Hund liegt im Detail begraben“

Auf mehr Bewusstsein in Sachen Bodenverbauung setzt auch Grünen-Stadtrat Sepp Wimmer: „Mit bodenschonender Raum- und Verkehrsplanung im Heute gestalten wir das Klima von morgen und können die negativen Auswirkungen von Umweltereignissen minimieren.“ Die Grünen wollen mit ihren Vorschlägen der Stadt-Hitze entgegen wirken. „Neben ökologischen Aspekten ist das Zusammenwirken der unterschiedlichen Grünräume der Stadt für die Kaltluftproduktion und deren Verteilung wichtig“, so Wimmer.

Dazu gehört auch natürlicher Schutz durch Bäume. „Die Auswahl und Verwendung von robusten, anpassungsfähigen Baumarten für Parks, Wohnanlagen, Baumreihen, Alleen und alle weiteren Außenanlagen sowie Aufforstungsmaßnahmen ist das Ziel“, erklärt der Stadtrat. Der Bebauungsplan soll, so fordert Wimmer, um Begrünungsmaßnahmen erweitert werden.