Klosterneuburg beschließt Klima-Offensive. Als Ergebnis einer langen Debatte im Gemeinderat werden im Herbst Maßnahmen gegen den Klimawandel erhoben.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:28)
APA (dpa)
Nächste Woche kommt die nächste Hitzewelle

Ein Hitzerekord jagt den anderen, Pole schmelzen dahin, der Meeresspiegel steigt, Unwetterkatastrophen sind an der Tagesordnung – die Veränderung des Klimas ist überall von jedem zu spüren.

Kein Wunder, dass diese Ereignisse zum Thema Nummer eins werden. Auch in Klosterneuburg. So wurden bei der Gemeinderatssitzung letzten Freitag gleich drei Dringlichkeitsanträge gestellt: Von der ÖVP wird eine Enquete gefordert, die Grünen wollen die Begrünung der Stadt forcieren und die PUK fordert mittels einer Resolution an die Landesregierung die Bauordnung „klimafit“ zu machen.

So viel Einigkeit hat es im Klosterneuburger Gemeinderat selten gegeben

Die Dringlichkeit des Themas wurde gleich mit drei Anträgen dokumentiert. Einstimmig beschlossen wurde nur der Antrag der ÖVP, die Anträge der anderen Fraktionen PUK und Grüne wurden aber auch in Übereinstimmung in den Ausschuss zur weiteren Bearbeitung verwiesen.

Dem Vorschlag des Bürgermeisters – „Ich schlage vor dem Antrag der ÖVP zuzustimmen und die beiden anderen Anträge im Ausschuss zu behandeln“ – folgte zwar ein allgemeines Gelächter, fand dann aber schlussendlich doch seine Zustimmung.

Wir sind gefordert, bei wichtigen Entscheidungen mögliche Veränderungen durch den Klimawandel mitzuberücksichtigen.“ Roland Honeder, ÖVP

So wird es im Herbst unter dem Titel „Klimawandel findet Stadt(t)“ gemeinsam mit dem „e5-Team Klosterneuburg“ eine Enquete geben. Es sollen Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen speziell für Klosterneuburg überprüft und erarbeitet werden, um die Folgen des Klimawandels abzufangen. Die Stadtgemeinde stellt für diese Veranstaltung 3.000 Euro bereit.

„Österreichs Gemeinden sind gefordert, bei wichtigen Entscheidungen und Investitionen mögliche Veränderungen durch den Klimawandel mitzuberücksichtigen“, so das Credo der ÖVP. Stadtrat Roland Honeder streicht dabei heraus, was Klosterneuburg schon in der Vergangenheit und Gegenwart für Maßnahmen zur Verbesserung der Klimas getroffen hätte.

Im Antrag der Grünen geht es um die Begrünung der Stadt als Maßnahme gegen den Klimawandel. „Urban Heat Island“ nennt man jenen Effekt, bei dem die Städte im Vergleich zum Umland eine deutlich höhere Durchschnittstemperatur aufweisen.

„Die Möglichkeit zur Reduktion von Hitzeinseln reichen von der Erhöhung des Grünanteils in Straßen und Freiräumen, über die Begrünung und damit natürlicher Abkühlung von Gebäuden, der Erhöhung des Anteils offener Gewässer, bis hin zur Beschattung von Freiräumen und Wegen“, führt der Grün-Chef Sepp Wimmer aus.

Es wäre wichtig, bei der Erschließung und Bebauung neuer Flächen auf ausreichend große Grün- und Wasserflächen zu achten. Wimmer gibt Wien als Vorbild an, wo schon einige dieser Maßnahmen umgesetzt wurden. Wien hat unter der Federführung der Wiener Umweltschutzabteilung einen „Urban Heat Island-Strategieplan“ erarbeitet. Das wollen die Grünen für Klosterneuburg auch.

„Es gilt Maßnahmen zu treffen das Mikroklima zu mäßigen, um die Lebensqualität zu gewährleisten"

Die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) will in ihrem Antrag, mit einer Resolution die Bauordnung „klima-fit“ machen, die Landesregierung in die Verantwortung nehmen. „Es gilt Maßnahmen zu treffen das Mikroklima zu mäßigen, um die Lebensqualität zu gewährleisten und Vorkehrungen zu treffen, um den zuletzt drastisch zunehmenden extremen Wetterereignissen Herr zu werden“, so Stadtrat Johannes Kehrer im Antrag der PUK. Es gebe gegenüber Bauwerbern derzeit keine Möglichkeit, ökologische Begleit- und Ausgleichsmaßnahmen aufzuerlegen. Die NÖ Bauordnung beinhaltet dafür keine Werkzeuge.