Zufriedenheit und Kritik nach Patientenbefragung. Große Zufriedenheit bei den im Haus operierten Patienten des Landesklinikums Klosterneuburg. SPÖ fordert weiter Rückkehr zum 24-Stunden-Betrieb. Kommt der Samstag?

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:25)
Selbst die hervorragenden Zensuren der Patienten lässt die Kritik an der Tagesklinik am Landesklinikum Klosterneuburg nicht verhallen.
NOEN

Die Patienten des Landeklinikums Klosterneuburg sind hoch zufrieden. Das belegt eine Patientenbefragung der Tagesklinik im Befragungszeitraum März bis Juni 2017. Mit „24 Stunden Ambulanz ist des Spitals Kernsubstanz“ fordert nichtsdestotrotz die SPÖ im Zeichen des Wahlkampfes eine Rückkehr zum Vollspitalsbetrieb. Des Weiteren gibt es angeblich Überlegungen, auch am Samstag die ambulante unfallchirurgische Basisversorgung anzubieten.

Das Ergebnis der Befragung tagesklinisch operierter Patienten ist nun veröffentlicht und erbrachte in allen Kategorien Bestnoten. So zeigten sich 96,3 Prozent der Befragten zufrieden mit der Realisierung von Terminwünschen, gar 98,9 Prozent befanden die präoperative Aufklärung als ausreichend, 97,4 Prozent gaben „sehr gut“ auf die Freundlichkeit des Ärzteteams, das Pflegeteam wurde mit 98,9 Prozent abgelobt. Und 99,2 Prozent gaben an, sich – falls notwendig – wieder tagesklinisch behandeln lassen zu wollen.

„Jeder Baumarkt und jedes Lebensmittelgeschäft hätte längere Öffnungszeiten.“ SPÖ Vorsitzender Andreas Mohl

Dieses Ergebnis löst Freude und Zufriedenheit beim Team der Tagesklinik aus. Auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager zeigte sich beeindruckt: „Die Tatsache, dass alle, also hundert Prozent der Befragten die Tagesklinik weiterempfehlen würden, spricht für sich. Ich freue mich, dass diese Struktur so gut angenommen und bewertet wird.“

„Seit Jahren haben wir in Klosterneuburg keine chirurgische Notfallambulanz außerhalb der Spitals-Öffnungszeiten. Unsere Ambulanz im Landesklinikum Klosterneuburg hat nur von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet“,wettert der SPÖ-Vorsitzende Andreas Mohl. Jeder Baumarkt und jedes Lebensmittelgeschäft hätte längere Öffnungszeiten. Notfälle außerhalb dieser Zeiten müssten in den umliegenden Landeskliniken wie Tulln oder Korneuburg behandelt werden.

Die Wegstrecken für Rettungsorganisationen oder den selbst anreisenden Patienten seien – laut SPÖ – extrem zeitaufwendig und klimaschädlich, „obwohl wir, als drittgrößte Stadt in Niederösterreich, ein voll ausgestattetes Krankenhaus vor unserer Haustür haben“, so Mohl weiter. Trotz 6.775 gesammelter Unterschriften gegen die Tagesklinik und zahlreicher Gespräche in den letzten Jahren sei die SPÖ-Forderung nach einer 24-Stunden-Klinik bisher leider nicht umgesetzt worden.

Am Spitalsbetrieb könnte sich jetzt aber etwas ändern. Auf Anfrage der Gratiszeitung „Heute“ stellt die Holding in Aussicht, die Basisversorgung um den Samstag zu erweitern. Holding-Sprecher Bernhard Jany: „Derzeit gibt es Überlegungen, die ambulante unfallchirurgische Basisversorgung, die im Rahmen der Tagesklinik stattfindet, auch am Samstag anzubieten. Dabei sollen Verletzungen versorgt oder kleinere Eingriffe durchgeführt werden.“ Es ginge aber nicht um die Ausweitung von Operationszeiten.