Albrechtsberger Musikschule mit Minus von 785.000 Euro. Kritik an hoher Kostendeckung. Stadträtin Eder: Hoher Verlust wegen Sanierung.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 10. Oktober 2019 (05:20)
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Die Musikschule zieht Bilanz: 923 Kinder besuchten die Bildungsstätte im Schuljahr 2018/19. Weniger erfreulich ist für den Gemeinderat das Budget: Die Ausgaben haben die Einnahmen um rund 785.000 Euro überschritten.

Mit einem Minus von rund 785.000 Euro schließt die J.G. Albrechtsberger Musikschule das Jahr 2018 ab. 40 Prozent des Gesamt-Jahresaufwands fehlen im Budget – die Kostendeckung kommt aus der Stadt-Kasse. Im Gemeinderat stieß das musikalische Zahlenspiel auf Unmut.

Die Finanzen der Musikschule sind FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko ein Dorn im Auge: „Der Steuerzahler springt da jedes Jahr mit ungefähr 1,4 Millionen Euro ein, sei es über das Land oder die Gemeinde.“ Zum Vergleich zieht Pitschko Baden – eine Gemeinde mit ähnlicher Einwohnerzahl– her: Der Gesamt-Jahresaufwand der Musikschule liegt bei 922.000 Euro, in Klosterneuburg bei 1,9 Millionen Euro.

„Wir schießen weit über das Ziel heraus, weil irgendjemand in Klosterneuburg ein Ersatz-Konservatorium betreiben muss.“ Josef Pitschko, Stadtrat (FPÖ)

„Wir schießen offensichtlich mit der Musikschule weit über das gestellte Ziel heraus, weil sich bei uns irgendjemand selbst verwirklichen will und in Klosterneuburg unbedingt ein ,Ersatz-Konservatorium‘ betreiben muss“, ätzt der Stadtrat.

Mängel sieht Pitschko nicht nur im Budget, sondern auch beim Personal: „Grundsätzlich hätte jeder Musikschullehrer die Verpflichtung, an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, er wird ja dafür bezahlt – nur ungefähr die Hälfte haben das auch gemacht.“

Die Vorwürfe gegen die Pädagogen lässt Schulstadträtin Maria Theresia Eder – die Musikschule gehört zu ihrem Ressort – nicht auf sich sitzen: „Unter die zusätzlichen sonstigen Leistungen fällt natürlich die Fortbildung, aber dazu zählen auch Auftritte, Proben, Konferenzen, Wegzeiten, Instrumente-Kauf und und und. Man kann davon ausgehen, dass das bei Weitem abgegolten ist.“

Die hohe Kostendeckung führt Eder auf eine wichtige Investition zurück: „Es hat heuer einen hohen Verlust gegeben, der auch für uns nicht in Ordnung ist, aber sich einerseits erklärt mit dem Fenstertausch. Andererseits ist eine Reihe von Lehrern in Pension gegangen, damit waren Abfertigungen fällig.“ Rechnet man die Kosten der Sanierung nicht mit, so Eder, wäre die Förderungshöhe bei 38 Prozent, „also knapp über dem, was wir sonst gehabt haben“, betont die Stadträtin.

Kritik kommt auch von PUK-Gemeinderätin Teresa Arrieta. Sie bemängelt die Förderungen: „Das ist einfach ein Hohn – in Wien wäre meine Familie gebührenbefreit, hier würde ich allerhöchstens in die Zehn-Prozent-Marke fallen.“ Die Ermäßi gungen – bis zu 50 Prozent – werden wenig angenommen. Eder: „Es wird sehr viel abgefedert von sozialen Organisationen, zum Beispiel den Lions.“