Alkohol gegen Hitze: Zuviel Durst im Sommer?. Wer sich im Sommer mit eiskaltem Bier, Cocktails und Spritzer frisch hält, sollte aufpassen. Zwischen Juli und September ist ein Ansteigen der Alko-Delikte zu bemerken.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 24. August 2018 (04:12)
Symbolbild
NOEN, Symbol/Baldauf

Die tropische Hitze in den letzten Wochen fordert ihren Tribut. Der Körper reagiert auf zu viel Hitze mit Schwitzen. Damit der Flüssigkeitshaushalt ausgewogen bleibt, soll der Mensch viel trinken. Lauwarmen Tee empfiehlt der Arzt als Durstlöscher. Diese Empfehlung kommt aber bei 35 Grad im Schatten weniger gut an.

Ein eiskaltes Bier, oder ein erfrischender Spritzer – das sind Dinge, nach denen es einen bei dieser Witterung gelüstet. Dass es dabei aber nicht bei einem Glaserl bleibt, zeigt die Statistik. „Tendenziell ist eine Steigerung der Alkoholdelikte im Sommer klar zu bemerken“, so Chefinspektor Georg Wallner von der Polizeiinspektion Klosterneuburg.

Dieses Phänomen gibt’s aber nicht nur in Klosterneuburg. In ganz Österreich verzeichnete das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im Sommer 2017 (Juni bis September) 955 Alkoholunfälle, wobei Niederösterreich mit 217 Unfällen das Bundesländer-Ranking anführt. „Wir beobachten seit Jahren, dass in den Monaten Juni bis September nicht nur die Temperaturanzeige, sondern auch die Anzahl der Alkoholunfälle im Straßenverkehr ansteigt“, erläutert Klaus Robatsch, Leiter des Bereiches Verkehrssicherheit im KfV.

Insgesamt sind im Zeitraum 2015 bis 2017 83 Personen bei Alkoholunfällen im österreichischen Straßenverkehr tödlich verunglückt, davon war etwa ein Drittel selbst alkoholisiert.

Vermehrter Alkoholkonsum im Sommer

Grillfeste, Sommerpartys, Schanigärten – der Sommer ist in Österreich ein besonders beliebter Zeitpunkt für Partys und gesellige Abende. Das Heimkommen stellt aber naturgemäß nach reichlichem Alkoholgenuss besonders in ländlichen Gebieten ein Problem dar. Shuttle-Dienste, die bei großen Festen oft angeboten werden, stellen da eine echte Alternative zur Option, alkoholisiert mit dem eigenen Auto nach Hause zu kommen, dar.

Aber auch das altbewährte Taxi bewahrt vor der Gefahr, sich und andere zu gefährden. Trotzdem geben in einer Befragung des KfV 12 Prozent zu, selbst mit dem Auto nach Hause zu fahren, wenn die Alkoholisierung subjektiv nicht zu hoch ist.

Auch in Klosterneuburg ist der vermehrte Alkoholkonsum im Sommer zu bemerken. Chefinspektor Georg Wallner kann davon berichten. Deutlich mehr Alkoholdelikte seien zwischen Juli und September zu verzeichnen. Der Grund dafür ist natürlich die Hitze, und die vielen Feste, die der Sommer zu bieten hat. Aber auch Positives kann der Chef der Klosterneuburger Polizei berichten: „Es ist erkennbar, dass die Besucher von Feuerwehrfesten ihr Trinkverhalten geändert haben. Früher wurde gerade bei diesen Festen, die über mehrere Tage gehen, ein rapider Anstieg der Alkoholdelikte verzeichnet. Das ist jetzt nicht mehr so.“

Und man ist gut beraten, wenn man beim Autofahren den Alkoholkonsum im Griff hat. Kommt man bei einer Alkoholisierung zwischen 0,5 und 0,8 Promille noch mit einer Geldstrafe und einem Eintrag weg, so ist bei mehr als 0,8 Promille der Führerschein weg. Aber auch bei Vormerkdelikten heißt es aufpassen. Wallner: „Wird man zwei Mal innerhalb eines Jahres mit zwischen 0,5 und 0,8 Promille erwischt, ist der Schein auch weg.“