Angebissen: Der Zeck’muss weg. Nach einem Biss soll Tier schnellstmöglich und ganz entfernt werden und Bissstelle auch weiter beobachtet werden.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 05. April 2019 (02:26)
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Sie sind wohl eines der unbeliebtesten Mittbringsel von Wiesen und Wäldern: die Zecken. Viele Menschen ekelt es nicht nur einfach vor den kleinen Krabbeltieren. Sie können auch Krankheiten übertragen, die Menschen gefährlich werden können.

Weltweit gibt es über 900 Arten, in Mitteleuropa sind etwa 20 Arten beheimatet. Gerade erst im letzten Jahr entdeckten Forscher eine neue Art, die mit Zugvögeln aus Afrika eingereist ist.

„Prinzipiell kann alles, was eine Wirkung hat, auch eine Nebenwirkung haben. Aber diese sind bei der FSME-Impfung sehr verschwindend.“ Allgemeinmediziner Peter Kaufmann

Die neue Zeckenart überträgt auch eine neue Krankheit: das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber und das Zeckenfleckfieber. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass sich das Zeckenfleckfieber bereits auf einen Menschen in Österreich übertragen hat.

Aber man sollte sich vor allem vor der Krankheit schützen, mit der man Zecken in unseren Gefilden am ehesten in Verbindung bringt. Denn die Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) haben in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Waren es im Jahr 1999 noch 41 Fälle in ganz Österreich, wurden letztes Jahr 154 FSME-Fälle registriert.

Dabei kann man sich vor FSME ganz leicht schützen: ein Picks alle paar Jahre nach der Grundimmunisierung, und man ist gegen FSME geschützt. „Nach der ersten Grundimmunisierung sollte die erste Auffrischung nach drei Jahren erfolgen. Dann reicht eine Impfung alle fünf Jahre – bis zum 60. Lebensjahr. Ab da sollte man wieder alle drei Jahre impfen gehen“, empfiehlt Allgemeinmediziner Peter Kaufmann. Falls man nicht sicher ist, wie lang die letzte FSME-Impfung schon her ist, kann man seinen Impfstatus beim Hausarzt abklären lassen.

Brust, Kniekehlen und Kopf bevorzugt

„Prinzipiell kann alles, was eine Wirkung hat, auch eine Nebenwirkung haben. Aber die sind bei der FSME-Impfung sehr verschwindend“, erklärt Kaufmann. Zwar verlaufe nur etwa ein Prozent der FSME-Infektionen tödlich, aber ein Risiko bleibe bestehen. „Meist verläuft die Frühsommer-Meningoenzephalitis wie eine Grippe, fast alle werden wieder gesund. Aber will man dieses Risiko beim eigenen Kind eingehen?“, appelliert Kaufmann auch an Eltern, sich und die eigenen Kinder vor FSME zu schützen.

Aber auch wenn man gegen FSME geimpft ist, bedeutet das noch nicht, dass man nicht von einer Zecke gebissen wird. Bei Erwachsen sind oft der Brustbereich oder die Kniekehlen, bei Kindern der Kopf ein bevorzugtes Angriffsziel der Spinnentiere. „Am besten sollte man eine Zecke möglichst schnell entfernen“, so Kaufmann.

Ob man dabei das Tier links oder rechts dreht, ist allerdings vollkommen egal. Am leichtesten geht das mit einer speziellen Zeckenzange. Von den alten Hausmittelchen wie Öl, Klebstoff oder Nagellack raten Experten ab. Es ist allerdings wichtig, auch den Kopf zu erwischen.

Trotz einer schnellen Entfernung des Tieres kann es zu einer Infektion – egal ob FSME oder Borreliose – kommen. Deshalb sollte man die Bissstelle im Auge behalten. Wenn entweder ab dem dritten Tag ein Ring entsteht, der immer größer wird (Borreliose), oder man nach einigen Tagen Fieber, Kopfschmerzen und grippeähnliche Beschwerden (FSME) bekommt, sollte man sich an den Hausarzt wenden.