Aufpflasterungen als Tempobremse?. Klosterneuburg: In der Pater Abel-Straße soll eine Plateau-Erhöhung zur Einhaltung der 30 km/h Begrenzung gebaut werden.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:13)
NOEN, Erwin Wodicka

Als Feuerwehrmann ist Gemeinderat Norbert Liegler (SPÖ) gegen Aufpflasterungen auf der Straße.
Schuh, Schuh

Zur Abstimmung in der letzten Gemeinderatssitzung kam der zweite Bauabschnitt der Sanierung der Pater-Abel-Straße. Ein Tagesordnungspunkt, der nicht unbedingt Grund zu Diskussionen auslösen würde, wäre da nicht das Vorhaben, im Zuge des Straßenneubaus als Querungshilfe sowie zur Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus unmittelbar bei der Kreuzung Am Renninger eine Plateau-Erhöhung errichten zu wollen. Da schieden sich die dann Geister.

Als erster Redner meldete sich Gemeinderat und Feuerwehrmann Norbert Liegler (SPÖ) zu Wort. Ein Gegner von Aufpflasterungen. „Es stellt sich die Frage, ob bei der Einführung der generellen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h eine Plateau-Erhöhung überhaupt notwendig ist. Die Einsatzkräfte haben keine Freude mit Plateau-Erhöhungen auf der Straße“, so Liegler. Einige Schwellen wurden auch wieder rückgebaut. Die Feuerwehr Klosterneuburg hätte schon einen Federbruch bei einem Tanklöschfahrzeug in Kauf nehmen müssen. Zu guter Letzt ginge es hier auch um den Klimaschutz. Liegler: „Es muss vor der Erhöhung gebremst werden und danach wieder beschleunigt. Das bedeutet einen erhöhten CO2-Ausstoß.“ Liegler appelliert vehement, auf Aufpflasterungen zu verzichten.

„Die Einsatzkräfte haben keine Freude mit Aufpflasterungen auf der Straße.“ Norbert Liegler, Gemeinderat und Feuerwehrmann

Verkehrstadtrat Johannes Kehrer (PUK) ist bei diesem Thema ganz anderer Meinung: „Man kann sich nicht irgendeinen Einzelfall herausnehmen und glauben, dass man dann verallgemeinern kann.“ Der Nachweis, dass Aufplasterungen als Querungshilfen für Fußgänger wichtig sind, sei hundertfach erbracht. Kehrer: „Ich war selbst beim Roten Kreuz, und da ist es eben so, dass man in bestimmten Fällen langsam fahren muss.“ Man müsse eben die Geschwindigkeit reduzieren, und das helfe auch, die Beschränkung auf 30 km/h einzuhalten. Auch würden die Aufpflasterungen gerade in der Pater-Abel-Straße nur in geringer Höhe ausfallen. „Gerade in der Pater-Abel-Straße sind die Rampenneigungen sehr milde, weil ja die großen Busse durchfahren müssen“, meint Kehrer.

FP-Stadtrat Josef Pitschko ist auch ein Gegner von Aufpflasterungen. Er habe schon viele Verkehrskonzepte kommen und gehen gesehen. Eines dieser Verkehrskonzepte sei die Entlastung der Oberen Stadt gewesen. Die Pater-Abel-Straße sei nie als Durchzugsstraße geplant gewesen. Mittlerweile sei sie eine und habe sogar einen Kreisverkehr. Pitschko: „Jetzt haben wir eh schon Tempo 30, schicken große Busse durch die Pater-Abel- Straße, und jetzt kommt noch eine Aufpflasterung. Was ist, wenn etwas passiert? Sind wir dann als Straßenerhalter haftbar?“ Die Sinnhaftigkeit von Aufpflasterungen könne man schon hinterfragen. Pitschko ist eventuell für einen Zebrastreifen bei der Stiftseinfahrt.

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