Aus für Luxus-Bauprojekt am Rathaus-Dach?. Fehlender Baustart könnte Neueinreichung des Projekts erzwingen. Bauträger: „Meldung des Baubeginns ist erfolgt.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. November 2019 (04:28)
Luxuswohnungen am Dach des Rathauses. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass verabsäumt wurde, den Baubeginn zu melden.
Kollitsch

15 Wohnungen sollten es werden, Baustart für die Luxus-Wohnungen mit Blick über Klosterneuburg ist im Frühjahr 2020 geplant, bis Winter 2020 soll der „Heimathafen“ auf dem Dach des BH-Gebäudes in der Tauchnergasse fertiggestellt sein. Dem dürfte aber jetzt ein Strich durch die Rechnung gemacht worden sein, denn einem hartnäckigen Gerücht zufolge erlischt die Baubewilligung aufgrund der nicht erbrachten Meldung des Baubeginns.

Mit der Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung suchte man für das alte BH-Gebäude neue Nutzungsmöglichkeiten. Ein Teil des Gebäudes wurde für die verbleibende BH-Außenstelle verwendet, den Großteil der Räumlichkeiten erwarb die Stadtgemeinde Klosterneuburg für die Situierung des neuen Rathauses und das Dachgeschoss der Kärntner Bauträger „Kollitsch Immobilien GmbH“. 2,5 bis 3 Millionen Euro soll der Bauträger dafür hingeblättert haben, mit dem Vorhaben, über den Dächern von Klosterneuburg 15 Luxuswohnungen errichten zu wollen.

„Nach Rechtskraft der Baubewilligung hat der Bauträger zwei Jahre Zeit, um den Baubeginn zu melden. Tut er das nicht, erlischt die Baubewilligung.“ Peter Neubauer, Baudirektor

Am 29. September 2017 wurde vom Gemeinderat die letzte Bausperre – mit Verlängerung am 28. Juni 2019 – beschlossen. Diese beinhaltet eine Einschränkung auf sechs Wohneinheiten auf Bauland Kerngebiet. Noch vor 2017 muss das Projekt „Heimathafen“ eingereicht worden sein, denn sonst wäre es mit seinen 15 Wohneinheiten nicht bewilligt worden. So wurde aufgrund der alten Gesetzeslage der Bau genehmigt.

Laut Bauordnung muss danach der Baubeginn gemeldet werden. Dieser soll jedoch nicht erfolgt sein, was zur Folge hätte, dass das Bauvorhaben neu eingereicht werden muss. Das Fatale daran: Aktuell gilt die Bausperre von 2017, das heißt, es können statt 15 nun maximal sechs Wohneinheiten errichtet werden. Das würde aber den Bau unrentabel machen.

Die NÖN erkundigte sich bei der Baubehörde. Genaue Informationen könne man der NÖN nicht geben, da es sich um „ein laufendes Verfahren“ handle. Doch Baudirektor Peter Neubauer erklärte der NÖN die allgemeine Rechtslage: „Nach Rechtskraft der Baubewilligung hat der Bauträger zwei Jahre Zeit, um den Baubeginn zu melden. Tut er das nicht, erlischt die Baubewilligung.“

Im Übrigen sei der Bauordnung nach nur eine Meldung auch nicht ausreichend. „Es muss auch ein physischer Baubeginn stattfinden“, so Neubauer. Rein theoretisch müsste nun die „Kollitsch Immobilien GmbH“ das Ende der Bausperre – September 2020 – abwarten. Welche Neuregelung es dann gibt, steht in den Sternen. Nach dem neuen Stadtentwicklungskonzept soll die Bauentwicklung aber eher restriktiv gehalten werden. Im Endeffekt ist dies aber eine politische Entscheidung. Auch der Bauträger „Kollitsch Immobilien GmbH“ hält sich wie die Baubehörde nach NÖN-Anfrage bedeckt. „Es wurde keinesfalls von uns verabsäumt, den Baubeginn für das Projekt ‚Heimathafen’ zu melden. Wir bitten um Verständnis, dass wir keine weiteren Informationen und Aussagen zum Projekt geben können“, so die Pressestelle.