Badespaß: Wie sauber ist die Donau wirklich? . Wer in der Donau baden gehen will, kann es beruhigt tun. „Die Wasserqualität ist gut“, so die Behörde.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 08. August 2018 (04:20)
Dem Badespaß an der Donau steht nichts im Wege. Die Wasserqualität ist besser als ihr Ruf. Auch in Sachen Temperatur kann die Donau derzeit mit so manchem Badesee mithalten. Um die 24 Grad sichern die notwendige Erfrischung in diesen heißen Tagen.
Heindl

Die einzige wirksame Möglichkeit, die Hitzewelle gut zu überstehen, ist ein Bad im kühlen Nass. In Klosterneuburg lädt vor allem die Donau zum Baden ein. Doch wie blau ist das Wasser der Donau wirklich?

Die Donau vor der Nase zu haben, kann in Zeiten der Hitzewelle ja wirklich ein Vorteil sein. Gratis Gegenstromanlage, immer kühles und daher erfrischendes Wasser bieten in Klosterneuburg das Strandbad in Klosterneuburg und das Strombad in Kritzendorf. Aber es gibt – neben den Donau-Bade-Fans – auch viele Klosterneuburger, die ein kühles Bad in der Donau konsequent ablehnen. Die Hauptargumente: zu kalt und schmutzig.

„Seit die Kläranlagen ausgebaut wurden, ist die Wasserqualität der Donau wesentlich besser.“ Dietmar Moser, Abteilung Wasserwirtschaft Land NÖ

Nun, derzeit steht das Donauwasser anderen Bademöglichkeiten, was die Wassertemperatur anbelangt, um nichts nach: Mit um die 24 Grad wird es eingefleischten Kalt-Schwimmern um ihre Erfrischung schon ein bisschen bang. Für ein fließendes Gewässer in diesem Ausmaß aber ein absolut stolzer Wert. Was die Wasserqualität anbelangt, ist die Donau wesentlich besser als ihr Ruf. „Seit die Kläranlagen ausgebaut wurden, ist die Wasserqualität der Donau wesentlich besser“, weiß Dietmar Moser von der Abteilung Wasserwirtschaft Land Niederösterreich.

An der Donau zwischen Enghagen (Grenze zu Oberösterreich) und Hainburg (Grenze zu Slowakei) liegen eine Reihe von Messstellen, die im Rahmen der Gewässerzustandsüberwachung in regelmäßigen Abständen untersucht werden.

Für Klosterneuburg sind zwei Messstellen relevant: oberhalb Klosterneuburgs die Messstelle FW30900217, Oberloiben und unterhalb Klosterneuburgs die Messstelle FW920001017 in Nussdorf.

„Die Auswertungen zeigen, dass kaum Unterschiede in den Ergebnissen dieser beiden Messstellen bestehen – die Donau also zwischen Oberloiben und Wien eine gleichbleibende Wasserqualität aufweist“, so Wasserexperte Moser. In beiden Messstellen würden ebenfalls keine Umweltqualitätsnormen der physikalisch-chemischen Parameter – geregelt in der Qualitätszielverordnung Ökologie und Chemie Oberflächengewässer – überschritten.

Ausschlaggebend für die Wasserqualität sind drei Werte:

  • BSB5: Der biochemische Sauerstoffbedarf nach fünf Tagen gibt die Menge an Sauerstoff an, welche Bakterien und andere Kleinstlebewesen in einer Wasserprobe im Zeitraum von fünf Tagen bei einer Temperatur von 20°C verbrauchen, um die Wasserinhaltsstoffe aerob abzubauen (biochemische Oxidation).
  • NO3-N: Konzentration an Nitrat-Stickstoff und
  • PO4-P: Konzentration an Ortho-Phosphat-Phosphor

Alle drei Werte zeigen in den letzten (Dezember 2017) veröffentlichten Messungen zufriedenstellende Zahlen (siehe Infobox), die weit unter den gesetzten Grenzwerten liegen. Sie schwanken im Jahresvergleich zwischen „gut“ und „mäßig“.

Eine grausige Beobachtung wurde der NÖN berichtet. So sollen große Ausflugsschiffe ihre Fäkalien direkt in die Donau abgelassen haben. „Das kommt immer wieder vor“, berichtet uns ein privater Schiffbesitzer.

Fäkalien in der Donau entsorgt?

„Das ist natürlich bei Strafe verboten“, so Bezirkshauptmannstellvertreter Josef Wanek. Wer solche Beobachtungen macht, soll Fotos oder Videos als Beweis vorlegen und bei der Strompolizei oder Schifffahrtsaufsicht Anzeige machen. Dabei handle es sich um ein Vergehen nach dem Wasserrechtsgesetz – so Wanek weiter –, das mit hohen Strafen bis zu 15.000 Euro geahndet werde. Wanek: „Fäkalien dürfen nur an Land entsorgt werden. Jedes Schiff hat eine Kennzeichnung. Mit Foto oder Videobeweis werden solche Straftaten behördlich weiterverfolgt.“