Besondere Rieden-Pflege: Woll-Lust auf Wein. 40 Kamerun-Schafe unterstützen das Stift Klosterneuburg bei der Rieden-Pflege.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 03. April 2021 (04:46)
Stift Klosterneuburg/Hanzmann; Wagner

Die Südlage auf der Ried Steinriegel lässt Veltliner und Riesling-Reben zu den edelsten Trauben heranreifen. Von Sonnenschein und Naturidylle am rund Sechs-Hektar-Areal des Stifts Klosterneuburg profitiert aber nicht nur der Vino – sondern auch all jene, die an seiner Verarbeitung beteiligt sind. Und dazu gehören 40 Kamerunschafe. Die Aufgaben der Vierbeiner: grasen, düngen und das Leben genießen.

Das Sechs-Hektar-Areal auf der Ried Steinriegl liegt brach. Bewirtschaftet wird die hügelige Fläche von 40 Kamerunschafen, die nicht nur begabte Kletterer, sondern durch ihr Posieren auch talentierte Fotomodelle sind.
Stift Klosterneuburg/Hanzmann; Wagner

„Sie weiden die Fläche perfekt ab und düngen natürlich. Für den Boden ist das hervorragend“, schwärmt Weingutsleiter Wolfgang Hamm von seinen tierischen Mitarbeitern. Die Herde erspart den Zweibeinern Arbeit: Der Traktor muss nicht ausfahren, stattdessen übernehmen die Schafe die Bewirtschaftung des Weingartens. Hamm: „Gerade in Steillagen macht das Sinn.“

Auf den steilsten Weinhängen, den sogenannten Hühnerterrassen, kommt Federvieh zum Einsatz, um die Rebstöcke frei von Gräsern zu halten.
Stift Klosterneuburg/Hanzmann; Wagner

Die Hügellandschaft ist für die afrikanische Rasse kein Problem – im Gegenteil: Kraxeln liegt den Kamerunschafen in den Genen. Aber: Das Areal ist so stark geneigt, dass es teilweise sogar für robuste Kletterer wie die Kamerunschafe zu steil ist. Dann kommen ihre tierischen Kollegen – 20 Hühner – zum Einsatz. Die Hendln picken Gräser unter den Reben und sorgen so dafür, dass sich die Weinstöcke optimal entfalten.

Gerade einmal vier Wochen ist das jüngste Tier der Herde alt. In den Armen von Weingutsleiter Wolfgang Hamm fühlt sich das Lämmchen pudelwohl.
Stift Klosterneuburg/Hanzmann; Wagner

Nach getaner Arbeit kehren die Hühner zurück in den Stall, wo sie nachts durch eine automatische Tür vor Füchsen und Mardern geschützt sind. Natürliche Feinde haben die Schafe hingegen nicht, dennoch können auch sie jederzeit in ihren Stall. Zuflucht im Häuschen suchen die Schafe aber nur selten: Mit ihrem dichten Fell, das nicht geschoren werden muss, sind die Tiere vor jeder Kälte gefeit. „Sie lieben es, draußen im Schnee zu spielen“, erzählt Hamm.

Kamerunschafe sind eine robuste Rasse, die afrikanische Kälte gewohnt ist. Das dichte Fell muss nicht geschoren werden, was dem Stift Arbeit erspart.
Stift Klosterneuburg/Hanzmann; Wagner

Die Vierbeiner genießen ebenso die Wärme – und tollen bei Sonnenstrahl auf der Weide umher. Mit ein bisschen Glück können Spaziergänger sie dabei von der Klosterneuburger Gasse aus hautnah beobachten. Hamm: „Die Schafe sind ein netter Ausgleich. Zum Gesamtorganismus Weingut gehören Tiere einfach dazu.“