Erstellt am 19. Mai 2015, 16:35

von Martin Gruber-Dorninger und Daniel Wertheim

Caritas steht bereit. Schwertner sieht sich durch Engagement in der Stadt bestätigt. „Klosterneuburg hilft“ fordert Caritas anstatt ORS.

Sorgte am Life Ball für Aufsehen mit seinem gegen-unrecht.at Rettungsring: Klaus Schwertner, Klosterneuburger Geschäftsführer der Caritas Wien.  |  NOEN, Stefanie Steindl
Alles glitzerte golden, alles war bereit für den Life Ball vor dem Wiener Rathaus. Mittendrin der Klosterneuburger Caritas-Wien-Geschäftsführer Klaus Schwertner, auch auffällig, allerdings nicht durch Glitzer.

Gekleidet war er lediglich in Unterhosen, einem Rettungsring und einer viel zu kleinen Rettungsweste. Durch schwarze Farbe auf der nackten Haut wollte er zeigen, in welchem Zustand Flüchtlinge aus Afrika nach Europa kommen. Dies ging beinahe daneben, denn er sah sich plötzlich mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. „Ich war nicht mit Black face, sondern mit dirty body maskiert, so wie ich es vor zwei Wochen in Catania bei den Flüchtlingen wahrgenommen habe“, rechtfertigt sich Schwertner im NÖN-Gespräch. Mit dieser „Maskierung“ wollte er einmal mehr auf die Petition, die man auf www.gegen-unrecht.at unterstützen kann, aufmerksam machen. Flüchtlinge und deren Unterbringung in Europa sind derzeit die Hauptprobleme, mit denen sich der Caritas-Geschäftsführer auseinandersetzt.

„Klosterneuburg hilft“ für Dauereinrichtung

Das betrifft auch den bevorstehenden Auszug von Flüchtlingen aus der Magdeburgkaserne. „Wir sind in einem guten Dialog mit der Stadtgemeinde und dem neuen Eigentümer, dem Stift“, erklärt Schwertner. Die Caritas habe angeboten, die Grundversorgung für Flüchtlinge auf dem Gelände der Kaserne für die nächsten zwei bis drei Jahre zu gewährleisten. „Wenn der neue Eigentümer oder die Stadtgemeinde Unterstützung braucht, stehen wir bereit“, so Schwertner, der sich immer wieder am hohen Engagement, das aus der Klosterneuburger Bevölkerung kommt, emotional hochziehen kann. Seitdem die Kaserne als Notfallquartier genutzt wird, begleitet die Bürgerinitiative „Klosterneuburg hilft“ das Projekt.

Für die Gruppe, die ständig wächst und mit täglichen Aktivitäten wie Deutschkursen oder Ausflügen hilft, gibt Gründerin Sabine Gösker ein Statement ab: „Im Glauben daran, dass ein freundliches Entgegenkommen ein friedliches Miteinander generiert, hat sich in Klosterneuburg eine solide Bewegung für die Menschlichkeit entwickelt.“ Gösker wünscht sich nun eine Fortführung der Einrichtung durch die Caritas: „Wir fordern nun, die Führung der Flüchtlingseinrichtung nach Ablauf des Vertrages mit der ORS an die Caritas zu übergeben und in weiterer Folge eine Dauereinrichtung anzustreben.“

Unterstützung kommt auch von anderen Vereinigungen. Die Basketball-Fanklubs „Court Jesterz“, „BK Patriots“ und „The Pioneers“ brachten mit der Petition „Wir für die Erfüllung der Asylquote in Klosterneuburg“ einen Stein ins Rollen. Etwa 800 Klosterneuburger haben bereits unterschrieben. Vergangenen Freitag traten elf Bands im Zeichen des Benefiz in der „Machbar“ auf.