Cobraeinsatz: Mann schoss mit Schrotflinte um sich. 50-Jähriger meinte auf Frau geschossen zu haben. Cobra überwältigte Mann mit Klosterneuburger Beamten mithilfe von Haushälterin.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 23. Juli 2019 (11:08)
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Symbolbild

Am Montagabend verlor ein 50-jähriger Weidlinger die Kontrolle über sich selbst. Er holt eine Schrotflinte und zielt in der Wohnung auf eine Frau. Im letzten Moment reißt er den Lauf des Gewehres herum und schießt durch die Verglasung der Terrassentür. Er meint eine Frau getroffen zu haben und ruft selbst die Polizei. Wenig später sind Klosterneuburger Beamte vor Ort, die Cobra rückt ebenfalls an. Der Mann bleibt verzweifelt in seiner Wohnung.

Die Beamten nahmen beim Eintreffen zwei weitere Schüsse wahr. Polizeidiensthundestreife und Verhandlungsteam wurden ebenfalls angefordert. Sofort wurde alles abgesperrt. Eine Nachbarin des 50-Jährigen nahm telefonisch Kontakt auf, sie erkannte sofort, dass der Mann sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand und mit ihm eine normale Gesprächsführung nicht möglich war.

Nach dem Eintreffen des Einsatzkommandos Cobra wurde durch diese der Zugriff vorbereitet und die erstalarmierten Polizisten in unmittelbarer Nähe zum Einsatzobjekt abgelöst.

Über eine Gegensprechanlage schaffte es eine Haushälterin den Mann davon zu überzeugen in den Garten des Einfamilienhauses zu gehen. Als er das tat griff die Cobra zu und überwältigte den Mann. Er wurde im Zuge der Festnahme leicht verletzt, von der Rettung erstversorgt und aufgrund seines psychischen Zustandes anschließend in die Erwachsenenpsychiatrie eines Landesklinikums eingeliefert.

Das gesamte Objekt samt zugehörigem Grundstück wurde im Anschluss durch das Einsatzkommando Cobra durchsucht. Dabei wurde eine doppelläufige Schrottflinte, Munition und Hülsen sichergestellt. „Verletzt wurde aber sonst niemand. Eine Frau konnte nicht festgestellt werden“, erkölärt Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl gegenüber der NÖN. „Als Bezirkskommandantin kann ich den KLosterneuburger Beamten nur ein Lob aussprechen. Die Zusammenarbeit mit der Cobra und den Einsatzkräften hat ausgezeichnet funktioniert. Ich bin froh, dass niemand verletzt wurde“, so Fiegl.