Dauerthema Donaubrücke: Diskussion über Standort . Tullner Gemeinderat Bors bringt Thema Donaubrücke wieder aufs Tapet. Schmuckenschlager will keine Autobrücke.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 28. April 2021 (04:31)

Dass es zwischen Tulln und Klosterneuburg eine Donaubrücke geben soll, ist eine Forderung der Kommunalpolitik, die Jahrzehnte alt ist. Genau so alt ist aber die Uneinigkeit darüber, wo die Brücke hinkommen sollte. Eine Verbindung Klosterneuburg mit Korneuburg? Eine Brücke im Bereich des Staudammes in Greifenstein? Jetzt nimmt der Tullner FPÖ-Bezirksobmann und Gemeinderat Andreas Bors Sanierungsarbeiten an einer Brücke in Tulln zum Anlass und fordert einen Brückenbau über die Donau: „Eine weitere Donaubrücke würde den Bezirk Tulln langfristig verkehrstechnisch entlasten.“

Derzeit werden an einer Brücke auf der B19 umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt, die seit einigen Tagen zum Verkehrsproblem rund um Tulln führen. „Solche Zustände sind in den letzten Jahren leider immer häufiger zu beobachten, da die einzige Zufahrt aus dem Bereich nördlich der Donau ausschließlich über die B 19 führt“, argumentiert Bors.

Im morgendlichen Frühverkehr seien sogar regelmäßig stark stockender Verkehr oder Staus zu beobachten. Seit vielen Jahrzehnten werde über eine Donaubrücke zwischen Korneuburg und Klosterneuburg diskutiert. Bis heute wäre dabei nichts herausgekommen. Durch das stark wachsende Tullnerfeld würden sich ebenfalls die Brückenstandorte Greifenstein oder Zeiselmauer anbieten, um den Bezirk Tulln langfristig verkehrstechnisch zu entlasten. Diese Standorte wären bereits im Jahr 2000 bei einer Machbarkeitsstudie geprüft worden. „Es gehören nun endlich die Weichen für eine weitere Brücke entlang der Donau zwischen Tulln und Wien gestellt. Wir benötigen eine konkrete Vision, um die Bezirke Tulln und Korneuburg besser miteinander zu verbinden sowie zukünftiges Chaos im Straßenverkehr zu verhindern“, so Bors abschließend.

„Wir lassen uns sicher nicht die Au für Auf-und Abfahrten abholzen und verbauen.“ Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister

Der Klosterneuburger FP-Stadtrat Josef Pitschko ist hier anderer Meinung als sein Parteikollege: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie eine Brücke am Rand des Bezirks Tulln den Verkehr innerhalb des Bezirks Tulln entlasten könnte. Vielmehr ist zu befürchten, dass eine in der Nähe von Wien errichtete zusätzliche Klosterneuburger Brücke als Entlastungsbrücke für die Nordbrücke in Wien fungiert und dadurch zwischen Klosterneuburg und Wien insbesondere in den Hauptverkehrszeiten eine permanente Stausituation entsteht.“ Das könne jeder nachvollziehen, der beispielsweise die Verkehrslage auf der Abbiegespur von der Donauuferautobahn zur Nordbrücke im Morgenverkehr kennt. Pitschko: „Eine Brücke ist keine Einbahn.“

Eine zusätzliche Donauquerung könnte den Verkehr im Bezirk Tulln eventuell entlasten, wenn sie weiter weg von Wien – beispielsweise in Greifenstein über das Kraftwerk – erfolge. „Dieser Standort würde vermutlich nicht als Ausweichroute für den Pkw-Verkehr aus Transdanubien Richtung Wien dienen“, so Pitschko.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager hat da ganz andere Visionen: „Eine Autobrücke kann ich mir nicht vorstellen. Wir lassen uns sicher nicht die Au für Auf-und Abfahrten abholzen und verbauen. Die Verbindung mit Korneuburg ist mir trotzdem sehr wichtig, aber da müssen Zukunftskonzepte auf den Tisch!“ Ein „Radhighway“ ins Weinviertel sowie moderne Mobilitätsformen wie Schwebebahn oder Seilbahnsysteme gelte es zu prüfen.

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