Der letzte Ton ist noch nicht erklungen. Junge Musiker haben seit Schließung der "Manege" nur begrenzte Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.

Von Martin Gruber-Dorninger und Claudia Wagner. Erstellt am 16. September 2014 (17:03)
NOEN, shutterstock, Anna Subbotina

Hereinspaziert, hereinspaziert, willkommen in der „Manege“. Diese Worte sind in Klosterneuburg nur noch bei diversen Zirkusveranstaltungen zu hören. In der Vergangenheit konnte man damit auch den Besuch in einem durchaus angesagten Lokal in Klosterneuburg meinen. Der vorerst letzte Klang ist im Mai in der Manege/Machbar erklungen, und dies fanden nicht nur die treuen Besucher, sondern vor allem die vielen jungen aufstrebenden Musiker schade.

Generell hat die Klosterneuburger Musikszene mit vielen Schließungen zu kämpfen, denn auch das Epicur musste seine Pforten sperren. Initiatorin des Clubs Epicur Dorly Kapeller weiß davon ein Liedchen zu singen: „Aus persönlichen Gründen musste ich das Lokal schließen.“

Das Ende des Epicurs sei das aber noch lange nicht: „Ich bin jetzt ein Schmetterling und kann frei fliegen“, erzählt Kapeller von den Auftritten in unterschiedlichen Locations. Für das neue Epicur hat sich die leidenschaftliche Musikerin ein Ziel gesetzt: „Ich möchte den Jazz an ungewöhnliche Orte bringen — auf grüne Wiesen, in Fabriken oder auch in eine Blumenhandlung.“

Auch Veranstaltungen in Heurigenbetrieben und Jazzkellern sind geplant, wo internationale Künstler und Musiker der Babenbergerstadt auf die Bühne gebeten werden. „Die Musikszene in Klosterneuburg lebt“, ist Kapeller überzeugt. Denn mit dem Wanderprogramm des Epicurs kommen Jazz- und Bluesfans auf ihre Kosten.

Kein Platz für Proberäume

Für Liebhaber anderer Genres sieht das anders aus: Die Schließung der Manege hat eine große Lücke hinterlassen. Das weiß auch Sängerin Leonie Kohut: „Die Manege war genial, die hatte genau die richtige Größe für wirklich coole Auftritte.“ Junge Künstler konnten dort ihre ersten musikalischen Sporen verdienen und auf Gleichgesinnte treffen. „Die Manege hat Probenräume und Möglichkeiten zur Lagerung der Instrumente zur Verfügung gestellt. Das fehlt derzeit in der Stadt“, so Kohut.

Stollkeller und Flat für große Bands zu klein

Zwar gebe es nach wie vor Auftrittsmöglichkeiten, wie den Stollkeller und das Flat. „Auftritte mit einer größeren Band sind dort aber aus Platzgründen nicht möglich“, bedauert Kohut. Gleichzeitig lässt sie mit einer interessanten Idee aufhorchen: „Was beim Atelier Trat in der Wienerstraße im bildnerisch-künstlerischen Bereich möglich ist, wäre cool für den musikalischen. Einfach einen Treffpunkt schaffen.“

Ein Jugendzentrum fordert seit einiger Zeit auch die SPÖ. „Dieses scheitert oftmals am politischen Willen der Mehrheitsfraktion“, fordert Karl Hava, selbst begeisterter Musiker, mehr Einsatz von der VP. Sogar die Klosterneuburger Stadtkapelle habe sich im Keller der Volksschule in der Langstögergasse einquartiert. „Die haben sonst keine Möglichkeit“, sieht Hava Aufholbedarf.

Den will Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager in Angriff nehmen: „Ich habe selbst als Kind das Tenor-Horn in der Stadtkapelle gespielt, und wir sind auf der Suche nach einer Möglichkeit. In nächster Zeit sollte sich da etwas tun.“ Für die Nachwuchsbands hat er aber gute Nachrichten, denn im Kino soll etwas Tolles entstehen.