Dicke Luft bei Grün und Schwarz

Klosterneuburgs Grüne orten ÖVP- Deponiepläne. Schmuckenschlager: „Wollen definitiv keine neue Deponie.“

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 04:29
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Massen an Erdbewegung durch die rege Bautätigkeit in Klosterneuburg – wie hier Am Renninger – verursachen täglich mehr LKW-Fahrten.
Foto: Hornstein

„Der Hauptgrund der vielen Fahrten liegt an Klosterneuburg selbst. Klosterneuburg ist eine große Stadt mit sehr viel Baustellen“, so der Geschäftsführer der Firma Karner, Johann Benischek, vor ein paar Wochen in der NÖN. Und so ist es auch: Durch die rege Bautätigkeit müssen Tonnen von Erdmaterial auf Deponien geführt werden. Und das können nur LKW, die vermehrt durch das Donautal rollen.

Derzeit wird der Erdaushub nach St. Andrä Wördern und nach Greifenstein gebracht. Das belastet vor allem Höflein und Kritzendorf. Die Situation schreit nach einer Lösung. Schon vor fünf Jahren wurde der Wunsch von Deponiebetreibern laut, zwischen Weidling und Weidlingbach, an der Sieveringer Straße, eine Erdaushubdeponie zu errichten. Der Grüne Fraktionsobmann Sepp Wimmer war damals Vorsitzender des Umweltausschusses: „Der Ausschuss hat dieses Ansinnen damals einstimmig mit der ÖVP abgelehnt. Maßgeblich dafür waren die Widersprüchlichkeit zu Natura 2000 und dem Biosphärenpark Wienerwald, sowie dass es sich hier um ein Erholungsgebiet für die Bevölkerung handelt.“

Für Stadtrat Wimmer ist während der Corona-Pandemie, wohl die Zeit stehen geblieben.“ Stefan Schmuckenschlager Bürgermeister

„Die ÖVP startet offensichtlich einen neuen Versuch für diese Deponie“, behauptet Wimmer, der weiter dagegen ist: „In den letzten fünf Jahren hat sich nichts geändert.“ Für Wimmer ist die Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes dieses naturbelassenen Gebietes sogar noch größer geworden. Die Verkehrssituation, insbesondere im Zentrum von Weidling, ist noch angespannter. Wimmer: „Ich kann schon verstehen, dass die Anrainer des Donautals unter dem Schwerverkehr leiden und der Bürgermeister nach Lösungen sucht. Aber das kann nicht bedeuten, das Problem in eine doch weitestgehend unberührte Natur zu verlagern.“

„Die einzigen, die nun neue Deponien vorbereiten könnten, sind die Grünen selbst“, weist Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager alle Pläne einer Deponie in Weidlingbach von sich. Für Stadtrat Wimmer sei während der Pandemie, wohl die Zeit stehen geblieben. Schließlich hätten die Grünen seit fast zwei Jahren mehr Verantwortung vom Wähler bekommen. Sie würden sowohl die Fragen von Deponien im Ausschuss von Stadtrat Wimmer und die Stadtplanung im Ausschuss von Stadtrat Edtmayer verantworten. Und das fordert Schmuckenschlager ein: „Die ÖVP wird von Stadtrat Wimmer ein Entsorgungskonzept einfordern und hoffen, dass er den Menschen nicht mit neuen Deponien droht, sondern Antworten liefert.“ Die ÖVP wolle definitiv keine neuen Deponien, und das verlange sie auch von Wimmer.