Diskussionen um neun Wochen Sommerferien. Die Betreuungsmöglichkeiten in den Sommermonaten und die Reduzierung auf sechs Wochen werden nun diskutiert.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 04. September 2019 (03:55)
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Symbolbild

Kaum sind die Sommerferien zu Ende, geht die Diskussion über die Betreuung der Kinder in den Sommermonaten weiter. Gerade für die Kleinsten sieht hier NEOS-Gemeinderat Walter Wirl in Klosterneuburg noch Nachholbedarf.

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NEOS-Gemeinderat kritisiert Betreuungsmöglichkeiten in den Sommerferien.

„Eltern und Familien werden durch die lange Betreuung der Kinder während der Sommermonate zeitlich, aber auch finanziell massiv belastet“, meint Wirl. Viele Familien hätten es schwer, in den neunwöchigen Ferien eine passende Betreuung zu finden. Besonders berufstätige Eltern seien davon betroffen. „Die Aussage der Gemeinde, dass es in Klosterneuburg keinen Bedarf an Kindergärten gibt, die im Sommer offen haben, kann ich nicht nachvollziehen“, so der Vorwurf Wirls an die Stadtgemeinde Klosterneuburg.

Laufende Evaluierung des Bedarfs findet statt

„Die von Gemeinderat Wirl aufgestellten Forderungen nach Öffnung der Kindergärten in den Sommermonaten sind anachronistisch und wirken wie aus dem letzten Jahrtausend entsprungen, da wir sie schon lange umgesetzt haben“, kontert Schul- und Familienstadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP). Die Klosterneuburger Kindergärten seien bis auf drei Wochen – Ende Juli, Anfang August – durchgehend geöffnet, und zwar vormittags und nachmittags, so Eder weiter. „Auch für diese drei Ferienwochen hatten wir vor ein paar Jahren ein Angebot organisiert, welches aber nur drei von 900 Kindergartenkindern nutzten“, erklärt Eder weiter.

Hornstein
Stadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP): „Forderungen schon lange umgesetzt.“

Dennoch werde der Bedarf laufend ermittelt. „Als Mutter zweier Kinder weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, die Kinder auch in den Ferien gut betreut zu wissen, und Klosterneuburg wird gerade in diesem Bereich oft als Vorzeigegemeinde genannt“, ist sich Eder sicher.

„Eine Reform der Schulferien ist dringend notwendig. Es braucht endlich Lösungen, bei denen weniger Stress für die Eltern und mehr Lebensqualität für die ganze Familie möglich werden.“ Walter Wirl NEOS-Gemeinderat

Damit die Betreuung der Kleinen einfacher wird, kämpfen die NEOS bundesweit für eine Verkürzung der Sommerferien. Schon ab 2020 sollen die Sommerferien auf sechs Wochen reduziert werden, wobei die Anzahl der Ferienwochen insgesamt nicht reduziert, sondern umgeschichtet werden soll. „Eine Reform der Schulferien ist dringend notwendig. Es braucht endlich Lösungen, bei denen weniger Stress für die Eltern und mehr Lebensqualität für die ganze Familie möglich werden“, unterstützt Wirl diese Forderung seiner Parteikollegen.

„Bezüglich der Reduzierung der Ferienwochenanzahl von neun auf sechs muss festgehalten werden, dass Österreich mit neun Ferienwochen hier im europäischen Mittel liegt“, erklärt Eder. Und weiter: „Wenn die drei Wochen auf das Jahr aufgeteilt werden, muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Schüler im Mittelpunkt stehen und auch genügend Zeitfenster vorhanden sind, um sie optimal auszubilden“, gibt Eder, die selbst Lehrerin ist, zu bedenken.

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