Drei Fragen zur Happyland-Bilanz 2016 im Gemeinderat. Nach Vorliegen der Happyland-Bilanz 2016 wollte FP-Stadtrat in der Gemeinderatssitzung zu drei Bilanz-Positionen Hintergründe wissen. Jetzt wird geantwortet.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 25. Oktober 2017 (05:11)
 
NOEN, Claudia Wagner

Nach einer Analyse der Bilanz der Sportstätten Klosterneuburg GmbH (Happyland) wollte FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko im Gemeinderat Auskünfte zu den Bilanzpositionen „Umbau Happyland aktivierte Eigenleistungen“ von mehr als 400.000 Euro, „Rückstellungen für nicht konsumierte Urlaube“ von mehr als 100.000 Euro und „freiwilliger Sozialaufwand“ von mehr als 20.000 Euro.

Happyland-Geschäftsführer Stefan Konvicka wartet gelassen die Prüfung des Rechnungshofes ab.
NOEN, NÖN

Da die anwesenden Happyland-Geschäftsführer die aufgeworfenen Fragen nicht beantworten konnten, versprach Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager eine nachträgliche Beantwortung in der nächsten Sitzung.

Der FPÖ-Stadtrat wies darauf hin, dass der Betrag von mehr als 400.000 Euro ungefähr den Jahresgehältern von sieben Dienstnehmern entspreche. Der Ausweis als „Umbau Happyland aktivierte Eigenleistungen“ lasse daher die Schlussfolgerung zu, dass sieben Mitarbeiter des Happyland jeweils ein ganzes Jahr ausschließlich mit dem Umbau des Happyland beschäftigt waren.

Zu viel offener Urlaub im Happyland

Pitschko wollte daher wissen, welche Mitarbeiter des Happyland welche Arbeiten zu welcher Zeit für den Umbau des Happyland verrichtet hatten.

Zu den „Rückstellungen für nicht konsumierte Urlaube“ von mehr als 100.000 Euro merkte der freiheitliche Stadtrat sarkastisch an, dass der Dienstgeber offensichtlich dabei zusehe, wie sich einzelne Mitarbeiter des Happyland „zu Tode arbeiten“ anstatt ihren Erholungsurlaub zu konsumieren. Pitschko wollte daher wissen, welche „Urlaubsguthaben“ auf welche Mitarbeiter entfallen.

„Dienstgeber sieht offensichtlich dabei zu, wie sich einzelne Mitarbeiter des Happyland zu Tode arbeiten.“ FP-Stadtrat Josef Pitschko

Auf die Frage des freiheitlichen Stadtrates, welchen „freiwilligen Sozialaufwand“ von mehr als 20.000 Euro jährlich das schwer defizitäre Happyland den Mitarbeitern gewähre, meinten die Geschäftsführer, dass das wohl die Kosten für „Essensmarken“ seien. Pitschko fand es erschütternd, dass zwei Geschäftsführer des Happyland im Gemeinderat keine Auskünfte zur Bilanz geben konnten, obwohl der Bericht über den geprüften Jahresabschluss der Sportstätten Klosterneuburg GmbH“ auf der Tagesordnung des Gemeinderates stand.

NÖN bekommt Antwort auf die Fragen

Nach Rückfrage der NÖN geben die Happyland-Geschäftsführer Stefan Konvicka und Michael Stowasser bereitwillig Auskunft, betonen aber, dass man aus Datenschutzgründen keine Namen nennen könne.

Zum Punkt „Aktivierte Eigenleistungen“ wird mitgeteilt, dass es sich um Kosten handle, die „von Mitte 2013 bis Ende 2015 durch den Umbau und die damit verbundenen notwendigen eigenen Personaleigenleistungen entstanden“ seien. Dies sei sowohl vom Steuerberater als auch vom Wirtschaftsprüfer im Detail geprüft worden.

Der „Freiwillige Sozialaufwand“ bestehe aus Essensgutscheinen, Weihnachtsfeier und -geschenken für durchschnittlich 22 Mitarbeiter.

Umbau als Hauptgrund für Urlaubsrückstände

Was die Urlaubsrückstellung 2016 betrifft, seien 495 Urlaubstage für 25 Mitarbeiter per 31. Dezember 2016 offen. Konvicka: „Das ist sicherlich sehr hoch, ist jedoch auch durch den Umbau und den daraus resultierenden Zeitaufwand entstanden.“

Der sich ergebende Handlungsbedarf sei aber bereits 2017 in Angriff genommen worden und werde weiter verfolgt. Zusammenfassend ergebe sich eine Umsatzsteigerung vor und nach Umbau (2012-2016) um zehn Prozent. Die Steigerung von 2016 zu 2017 soll sogar über 20 Prozent liegen.

All diese Bilanzpositionen seien im Trend der Vorjahre und in den Bilanzen davor auch jeweils angeführt gewesen. „Wir haben einige Fragen trotzdem bereits in der Sitzung beantwortet. Es kam davor noch nie eine diesbezügliche Frage, und es ist durchaus üblich, solche Details nachzuliefern. Vor allem, wenn man nur als Gast im Gemeinderat ist“, so Stefan Konvicka im Einklang mit Michael Stowasser.