Drei Jahre für Wüstling. Über ein Jahr dauerte Martyrium einer Klosterneuburgerin, bis sie den Mut fasste, ihren Freund und Peiniger anzuzeigen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. September 2017 (13:57)
Hahslinger
Richter Helmut Neumar

Massiv unter Druck gesetzt, verängstigt durch Morddrohungen gegen sie und Familienangehörige, zog eine Klosterneuburgerin eine Anzeige wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, gefährlicher Drohung, Diebstahl und Vergewaltigung gegen den gewalttätigen Partner im Juni 2014 wieder zurück, sodass das Strafverfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde.

Der 33-Jährigen gelang es in der Folge nicht, sich von dem gewaltbereiten Partner (28) aus Mazedonien zu trennen. Das Martyrium für die Frau ging weiter: Erniedrigung, Faustschläge, Tritte in den Bauch und Drohungen, wenn sie nicht folgsam und willig war. Ein „Nein“ der Partnerin ließ der Mazedonier nicht gelten und verschaffte sich gewaltsam die Befriedigung seiner Wünsche.

Kontrolle hörte auch am WC nicht auf

Er kontrollierte ihre Kleidung, ihre Kontakte zur Außenwelt und sogar ihre Körper- und Intimpflege über ein Loch in der WC-Tür.

Nach einem Gewaltausbruch des 28-Jährigen am 6. November vergangenen Jahres schaffte es die Klosterneuburgin dann doch noch und fasste den Mut, ihren Peiniger anzuzeigen.

Der Mazedonier beteuerte vor Gericht seine Unschuld und stellte das Opfer als Alkoholikerin und rachsüchtige Ex hin.

Das Beweisverfahren brachte aber ein ganz anderes Bild zutage und Richter Helmut Neumar verhängte über den Mazedonier wegen Vergewaltigung, fortgesetzter Gewaltausübung, Nötigung und Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung eine dreijährige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.