Drei Meter fehlen auf Hochwasser-Katastrophe. Die jetzige Situation sei „nicht ungewöhnlich“. Die Donau stieg vorige Woche auf über fünf Meter, 2013 waren es über acht.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 29. Mai 2019 (03:52)
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Die Rollfährenstraße musste vergangene Woche wegen Überschwemmung gesperrt werden. Nach Donnerstag ging der Donau-Pegel deutlich zurück. Für diese Woche prognostiziert das Land NÖ, dass der Wasserstand wieder steigen wird.

Der Donau-Wasserstand steigt, die Gedanken springen automatisch zurück in das Jahr 2013: Acht Meter hohe Fluten verwüsteten die Stadt. Das Jahrhundert-Hochwasser hinterließ Spuren – vor allem in den Köpfen der Anwohner.

Kein Wunder also, dass der Blick auf Himmel und Donau Anspannung bringt. Vergangene Woche kletterte der Pegel hinauf: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde an der Messstelle Korneuburg eine Höhe von 5,48 Meter erreicht. Die Straße zur Rollfähre musste gesperrt werden.

Für Alexander Weber, Umweltschutz-Referatsleiter der Stadtgemeinde, kein großer Grund zur Sorge: „So eine Situation haben wir mindestens vier bis sechs Mal im Jahr. Vor vier Wochen war das Gleiche.“

Derzeit fehlen rund drei Meter am Wasserpegel auf 2013. Im Katastrophenjahr kamen mehrere Umstände zusammen, erklärt Weber: „Wenn Wasser von Bayern kommt und es im Alpenvorland viel regnet, geht die Donau stark in die Höhe.“ Die letzten Tage hat es zwar in Österreich geregnet, nicht aber in Bayern. Die Zuläuferflüsse bringen also keine Wasser-Massen in die Donau.

Mobile Maßnahmen: Schutz bis 8,15 Meter

Weber: „Wenn Schneeschmelze und längerer Regen zusammenfallen, dann ist die jetzige Situation durchaus normal.“ Nach Donnerstag sank der Wasserpegel wieder. Die Prognose des Landes NÖ zeigt, dass die Kurve in den nächsten Tagen wieder nach oben schnellen wird.

Aber immer noch kein Grund zur Panik: Mobile Maßnahmen schützen bis zu einem Wasser-Pegel von 8,15 Meter – also sogar über dem Rekord von 2013. „Weiter will ich gar nicht denken“, sagt der Referatsleiter, „dann ist NÖ komplett betroffen. Kaum jemand wäre gerüstet.“ Statistisch ist der Fall nicht realistisch. Die Messstelle Korneuburg tituliert die Fluten von 2013 als 200-jähriges Hochwasser – die nächsten Jahre sollte die Stadt also sicher sein.

Und die Au-Gebiete sind Experten, wie sie bei Überschwemmungen reagieren. Weber: „Die Obmänner sind sowieso vorinformiert und wissen, was sie tun müssen. Gerade die Prognosen sind da sehr wichtig.“