Ein Amt zu viel?. Der Rücktritt vom Amt des Umweltgemeinderats bringt dem Grünen Umweltstadtrat Wimmer nun auch von der SPÖ Schelte.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 06. Mai 2015 (06:50)
NOEN, privat
SPÖ-Stadtrat Karl Schmid greift Umweltstadtrat Sepp Wimmer hart an und spricht von Arbeitsverweigerung.

Umweltstadtrat Wimmer (Grüne) legte mit einem Schreiben vom 27. April an Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager mit sofortiger Wirkung sein Amt als Umweltgemeinderat nieder. Stößt dieser Schritt bei der ÖVP auf „Verwunderung und Unverständnis“ – die NÖN berichtete in der Vorwoche –, so meldet sich jetzt Koalitionspartner SPÖ zu Wort. Stadtrat Karl Schmid: „Ist Stadtrat Wimmer jetzt ein Arbeitsverweigerer?“

„Sepp Wimmer hat selbst immer gefordert, dass die Funktionen Umweltstadtrat und Umweltgemeinderat zusammengelegt werden. Nun ist er anscheinend daraufgekommen, dass er dafür auch etwas arbeiten muss und abschreiben für seine Umweltberichte nicht reicht“, ätzt Vizebürgermeister Richard Raz.

Fadenscheinige Ausrede?

Und SPÖ-Stadtrat Karl Schmid: „Ich kann mich noch erinnern, wie Wimmer über mich in der NÖN veröffentlichte, ich sei ein ,Arbeitsverweigerer‘, weil ich nicht den Klimabündnis-Vorsitz übernahm.“ Die fadenscheinige Ausrede, er müsse das Amt zurücklegen, denn er laufe Gefahr sich selbst zu kontrollieren, kann Schmid nur schwer nachvollziehen. Schmid: „Es ist eher zu vermuten, dass Wimmer erkannt hat, wie viel Arbeit das bedeutet.“

Stadtrat Wimmer bleibt bei seiner Argumentation: „Wenn das Land NÖ feststellt, dass die Doppelfunktion in der Praxis nicht empfehlenswert ist, dann werde ich das berücksichtigen.“ Wimmer weist wieder auf die nicht vorhandene Kontrollmöglichkeit des Umweltgemeinderates und des Gemeindevorstandes hin. Und Wimmer abschließend: „Dass es die ÖVP/SPÖ natürlich gerne sehen würden, wenn man den Grünen etwas anhängen könnte, ist einleuchtend.“ Und auf den Vorwurf der „Arbeitsverweigerung“ zitiert Wimmer Bert Brecht: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“