Eine „Taxi-Taxe“ mit Aufschlag. Ab der Stadtgrenze Wien gilt ein anderer Tarif. Das sorgt immer wieder für Einsätze der Polizei der Babenbergerstadt.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 04. Juli 2019 (03:31)
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„Ich wart’ auf a Taxi, aber es kummt ned, kummt ned“ – die Liedzeile von Joesi Prokopetz ist sicherlich schon so manchen durch den Kopf gegangen, wenn man auf eines gewartet hat. Aber auch wenn das Taxi dann endlich da ist, heißt es nicht, dass der Ärger vorbei ist. Vor allem nicht, wenn man von Wien nach Klosterneuburg fährt. Denn dann kann einem schon einmal eine unliebsame Überraschung drohen: nämlich der Fahrpreis.

Immer wieder werden Chefinspektor Georg Wallner und seine Kollegen angerufen – und das meist mitten in der Nacht. Das Problem: Fahrgäste, die mit dem Taxi von Wien nach Klosterneuburg fahren, sind überrascht, dass sie nicht nur das zahlen müssen, was am Taxometer steht, sondern eine Extra-Gebühr.

Extra-Gebühr darf eingehoben werden

„Fast jedes Wochenende gibt es diesbezüglich Probleme“, erklärt Wallner. Und weiter: „Entweder werden wir vom Taxilenker gerufen, weil der Fahrgast nicht zahlen will. Oder der Fahrgast glaubt nicht, dass er die Zulage wirklich zahlen muss.“ Die Gebühr darf aber sehr wohl eingehoben werden.

Dies bestätigt auch Erich Hinterschuster von der Wirtschaftskammer Fachgruppe Taxi. „In Wien gibt es einen verbindlichen Tarif, ab der Stadtgrenze gilt eine freie Preisverhandlung“, klärt Hinterschuster über die Gründe der Extra-Gebühr auf.

Sein Rat an alle Klosterneuburger, die mit dem Taxi von Wien zurück in die Babenbergerstadt fahren, ist, dass man vor Fahrtantritt mit dem Taxilenker bespricht, wie teuer die Fahrt werden wird. Hinterschuster schlägt dafür zwei Varianten vor.

„Es ist wichtig, dass vor Fahrtantritt alles vereinbart wird. Während der Fahrt geht das nicht mehr.“ Erich Hinterschuster WK Fachgruppe Taxi

„Entweder man vereinbart mit dem Taxilenker eine Pauschale“, rät Hinterschuster. Dies sollte man aber nur machen, wenn man ungefähr weiß, wie teuer eine solche Fahrt im Normalfall ist. Oder Variante zwei: Die Fahrt wird sozusagen in zwei Teile aufgeteilt. Bis zur Stadtgrenze gilt der normale Wiener Tarif, den man am Taxometer ablesen kann.

Bei der Stadtgrenze heißt es dann aufgepasst: Denn ab dort wird dann sozusagen neu gerechnet. Als Beispiel: Wenn die Fahrt bis zur Stadtgrenze 30 Euro gekostet hat und der Taxometer dann am Endziel in Klosterneuburg auf 38 Euro steht, muss der Fahrgast die acht „niederösterreichischen“ Euro doppelt zahlen. Die Fahrt kostet dann also nicht 38, sondern 46 Euro.

Vor Fahrtantritt alles abklären

Aber egal, welche Variante man nun wählen möchte, wichtig ist, dass man sich sofort mit dem Taxilenker abspricht. Dazu rät auch Hinterschuster: „Es ist wichtig, dass vor Fahrtantritt alles vereinbart wird. Während der Fahrt geht das nicht mehr.“