Enormes Online-Echo für Grenzmauer in Türkenschanzgasse. Klosterneuburg: Der Artikel „Die Mauer vor der Nase“ löste online ein mediales Feuerwerk aus. „Eine 3,75 Meter hohe Mauer ersetzt Gartenzaun“ bewegt die Menschen

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:45)
Peter Singer ist entsetzt über die 3,75 Meter hohe Mauer auf seiner Grundstücksseite.
Hornstein

Geschichten über das Bauen in Klosterneuburg sind in der NÖN nahezu allwöchentlich zu lesen. Grund ist der allgemeine Baudruck, der wiederum durch die eklatant hohen Grundstückspreise ausgelöst wird. Ein wahres mediales Feuerwerk löste allerdings der Artikel „Die Mauer vor der Nase“ in der NÖN der letzten Woche aus. Fast 300.000 lasen den Artikel auf NÖN.at, und der dazugehörige Facebookeintrag erreichte vier Millionen Personen. „Beides ein absoluter Topwert“, so die Online-Redaktion.

Eine Geschichte, die augenscheinlich jedem passieren kann: Die Familie Singer wohnt in der Türkenschanzgasse. Ein schmuckes Häuschen auf 700 Quadratmetern Grund nennt sie ihr eigen. Auf dem mehr als drei Mal so großen Nachbargrundstück mit kleinem Häuschen wechselt der Eigentümer. Dort wird renoviert und ausgebaut. Um Zuge dieser Aktivitäten stellt der Nachbar auch eine Mauer an der Grundstücksgrenze auf. Sie wird einen niedrigen Maschendrahtzahn auf einem Betonsockel ersetzen. Offensichtlich legt der Nachbar auf Sicht- und Lärmschutz großen Wert.

Laut Bauordnung darf die Mauer nicht mehr als drei Meter hoch sein. Ist sie auch, aber nur auf der Seite des Nachbarn. Auf der Seite der Familie Singer misst sie 3,75 Meter. Familie Singer ist verzweifelt. Eine Hohlziegelmauer, fast vier Meter hoch, etwa drei Meter von der eigenen Hausfassade entfernt. Auch zwei Einsprüche gegen den Baubescheid helfen nichts. Laut Baubehörde ist der Mauerbau korrekt durchgeführt. Die drei Meter werden auf dem Grundstück des Erbauers gemessen und sind korrekt eingehalten.

Diese schicksalsträchtige Geschichte stößt auf ein nicht geahntes Interesse bei den NÖN- Lesern und den Sozialen Medien. Das Echo mit fast vier Millionen erreichten Personen auf Facebook und 300.000 Klicks auf NÖN.at überrascht und ist enorm.

„Ich überlege mir, eine zivilrechtliche Klage gegen den Erbauer der Mauer einzureichen“, so Peter Singer, der dies als letzte Mittel sieht, gegen die neue Grenzmauer anzukämpfen.

Natürlich wollte die NÖN auch die Meinung des Nachbarn und Erbauers der Mauer einholen. Doch dieser wollte keinen Kommentar abgeben. „Ich möchte mich zu diesem Thema nicht medial äußern“, so die Antwort auf die NÖN-Anfrage.