Essl Museum: Vorprogrammierte Ruine?. Am Freitag ist die letzte Sommer-Malakademie für Kinder zu Ende gegangen – und damit die vorerst letzte Aktivität im Haus, das einer ungewissen Zukunft entgegensieht.

Erstellt am 05. September 2016 (13:00)
NOEN, Baringer
Das Haus ist geschlossen, nur wenige Mitarbeiter verblieben in der Sammlung Essl.

2. September, Freitagmittag. Lokalaugenschein beim - für Besucher seit 1. Juli geschlossenen - Essl Museum. Auch die Jalousien sind geschlossen, das Gebäude wirkt verlassen.

Im Eingangsbereich verbringen zwei Mitarbeiter ihren letzten Arbeitstag. Von den Atelierräumen dringt gedämpftes Kinderlachen herunter, man sieht Malkittel an der Garderobe, eine bemalte Leinwand hängt vom Stiegengeländer herab. Es ist der letzte Tag der letzten Sommer-Malakademie für Kinder, eine der zahllosen Kunstvermittlungsaktivitäten des Hauses in den vergangenen 17 Jahren.

Seit dem Wochenende wird das Gebäude tatsächlich nur noch als Depot benützt. Die Ausstellungen sind abgebaut, das Café ist Vergangenheit.

Sieben Mitarbeiter weist die Homepage der Sammlung Essl noch aus. Wie es hier überhaupt weitergehen soll, weiß derzeit niemand. Klar ist: Wenn es so weitergeht wie in den vergangenen zwei Monaten, endet das Haus als Ruine. Ein kulturpolitisches Debakel par excellence.