Fasten im Trend: Vorsorge für Körper und Seele. Die Klosterneuburgerin Gabriele Mansbart-Binder unterstützt als Fastenbegleiterin beim freiwilligen Verzicht.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:26)
Fastengruppe beim kargen Mahl in Pernegg. Das Kloster im Bezirk Horn war eine der ersten Einrichtungen, die auf den Fastentrend aufgesprungen sind. Dort bietet auch die Klosterneuburgerin Gabriele Mansbart-Binder Fastenbegleitung an.
Rita Newman

Kein Alkohol, kein Zucker, kein Fleisch, keine Zigaretten oder auch weniger Handynutzung: Immer mehr Menschen nutzen die – eigentlich religiöse – Fastenzeit, um sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Die Klosterneuburgerin Gabriele Mansbart-Binder hilft als Fastenleiterin bei der Umsetzung der eigenen Vorsätze.

„Fasten kann man als Service-/Tankstelle sehen, wo man die Möglichkeit hat, Kraft und Energie aufzutanken, etwas zu verändern, dem Leben eine neue Richtung zu geben“, kann Mansbart-Binder nur jedem so eine kleine Auszeit aus Gewohnheiten empfehlen, die nicht immer gut für den Körper sind. Sie selbst hat zum ersten Mal in Pernegg gefastet, wo sie nun eigene Fastenkuren anbietet. Denn neben dem Verzicht auf so manches ist vor allem eines beim Fasten wichtig: Sich Zeit nehmen. Zeit für sich selbst, für Selbstreflexion und für das Loslassen. Das gelingt in den meisten Fällen am besten, wenn man dazu auch örtlichen Abstand von seinem normalen Alltag gewinnt.

Drei Phasen für ein neues Leben

Mansbart-Binder hat dafür das Kloster Pernegg als perfekten Ort gefunden. „In Pernegg habe ich selbst das erste Mal gefastet und war verzaubert von dem besonderen Ort, der Stille, der Natur. Die Einfachheit, die zum Fasten gut passt“, begründet Mansbart-Binder diese Entscheidung.

In dem idyllischen Kloster führt sie die Teilnehmer an ihren Fasten-Kursen behutsam durch dieses Vorhaben. „Das Fasten besteht aus drei Phasen (Entlastung – Fasten – Aufbau) und beginnt mit dem Etwas-bleiben-Lassen, sich zu verabschieden von Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten, und mehr Wasser zu trinken“, erklärt Mansbart-Binder. Besonders setzt die Fastenbegleiterin dabei auf die Methode nach Buchinger/Lützner. Dabei wird mit Säften gefastet. Aber auch das Basenfasten – besonders für Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen müssen –, das Autophagiefasten oder die „1-0-1-0“-Methode, bei der man jeden zweiten Tag überhaupt nichts isst, kann Mansbart-Binder empfehlen. Von Diäten hingegen rät sie ab: „Weniger halte ich von Diäten, die man nicht lange durchhält und die sehr oft nicht alltagstauglich sind.“

Körperlich und seelisch leichter

Denn auch mit einer Fastenkur kann man so einiges reduzieren. „Der Körper wird leichter und geschmeidiger. Es fühlt sich gut an, und man spürt Kraft und Lebensfreude, ganz ohne Essen. Wir können gut von unseren Reserven leben“, erklärt Mansbart-Binder. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. Und weiter: „Fasten ermöglicht uns eine Pause. Dem Alltag den Rücken kehren und Zeit für sich haben. Die Lebensweise überdenken und die Speicher entleeren. Dabei meine ich Fettspeicher genauso wie Gedanken und seelische Überlastung.“

„Jeder sollte das Fasten mal ausprobieren und sich trauen. Es ist nicht so schwer und gibt so viel.“ Gabriele Mansbart-Binder Fastenbegleiterin

Wer diesen Neuanfang lieber zuhause machen will, kann sich ebenfalls Unterstützung von der Klosterneuburger Expertin holen. Egal ob bei einem Kurs in der Babenbergerstadt oder bei der Begleitung von Einzelpersonen: Mansbart-Binder möchte ihre Freude am Fasten weitergeben. Die Fastenbegleiterin hat noch einen kleinen Tipp für alle, die sich nun selbst einmal diese Auszeit nehmen wollen: „Jeder sollte das Fasten mal ausprobieren und sich trauen. Es ist nicht so schwer und gibt so viel.“

Umfrage beendet

  • Fastenzeit: Leistet auch ihr Verzicht?