Feste feiern, wie sie fallen. Für das Strandbadfest und das Höfefest schaut es düster aus. Auch heuer gibt es beide Feste nicht. Schmuckenschlager: „Wir suchen nach Alternativen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 09. April 2018 (11:38)
Auch die NÖN war bis 2016 mit einem Stand am Höfefest vertreten. Nun scheint dieses Fest Geschichte zu sein.
NOEN, NÖN

„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.“ In Klosterneuburg fallen sie auch, aber leider ins Wasser. Das Höfefest und das Strandbadfest – zwei der beliebtesten Veranstaltungen mit tausenden Gästen – gibt es auch heuer nicht. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager: „Wir suchen nach Alternativen.“

Daran soll nicht der Sparkurs schuld sein. Der für des Strandbadfest zuständige Stadtrat Martin Czerny (ÖVP): „Durch die Auflösung des Bezirks Wien Umgebung ist nun die Bezirkshauptmannschaft in Tulln für die Veranstaltungen zuständig. Da sind die Auflagen zu groß.“

„Wir hätten ein Budget für das Höfefest gehabt, aber es hat diesbezüglich keine Gespräche gegeben.“

Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister

Ab einer Gästezahl von 2.000 gibt die Bezirkshauptmannschaft die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Veranstaltung vor. Und diese sind für die Stadtgemeinde als Veranstalter nicht mehr stemmbar. „Beim letzten Fest hätten wir das Kassengelände für die Fluchtwege demontieren müssen. Es ist hier leider kein Konsens möglich“, beteuert der Stadtrat.

Czerny setzt auf die Aktivitäten des „Barracuda-Resorts“ im Strandbad: „Anfang Mai soll es wieder einen großen Triathlon in Kombination mit einem großen Fest geben. Das wäre auch in unserem Sinne, denn wir wollen mehr auf große Sportveranstaltungen setzen.“

Auch die Häuser am Stadtplatz werden heuer ihre Tore zu den Höfen nicht öffnen. Das sehr beliebte Höfefest Klosterneuburg“ scheint der Vergangenheit anzugehören. „Wir hätten ein Budget für das Höfefest gehabt, aber es hat diesbezüglich keine Gespräche gegeben“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager auf Anfrage der NÖN, „ich gehe daher davon aus, dass es heuer kein Höfefest geben wird.“ Im Vorjahr wurde noch angedacht, das Höfefest im Zwei-Jahres-Rhythmus zu veranstalten (die NÖN berichtete).

An Alternativen wird gearbeitet

Zehn Jahre (von 2007 bis 2016) gab es das Höfefest in Klosterneuburg. Auf der Höfefest-Homepage ist zu lesen: „Die Entwicklungen der letzten zwei Jahre haben uns leider von einer Weiterführung dieses Festivals weit weggebracht, sodass es 2018 kein Höfefest geben wird.“ Veranstalter Michael Bauer zur NÖN: „Es hat mich niemand von der Stadtgemeinde darauf angesprochen. Ich hätte auch heuer keine Ressourcen, um ein Höfefest durchzuführen.“ Er hätte schon vor längere Zeit eine Nachfolgesuche vorgeschlagen, aber auch das wäre bei der Stadtgemeinde ohne Resonanz geblieben. Bauer: „Zu diesem Gespräch ist es heuer nicht gekommen.“

„Wir bereiten jetzt Alternativen vor“, verspricht Bürgermeister Schmuckenschlager. Auf dem Erfolgskonzept der „operklosterneuburg“ soll aufgebaut werden. „Als kulturelle Schwerpunkte sollen weitere kulturelle Veranstaltungen in den Jahresverlauf eingebaut werden“, so Schmuckenschlager.