Fünf Jahre im Zeichen der Hilfe. „Klosterneuburg hilft“ verband Klosterneuburger und Flüchtlinge.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 09. September 2020 (03:53)
In den letzten fünf Jahren setzte sich der Verein „Klosterneuburg hilft“ für Schutzsuchende in der Babenbergerstadt ein.
Klosterneuburg hilft

Vor ziemlich genau fünf Jahren gingen die Bilder durch die Medien in Österreich und ganz Europa: Menschen, die auf der Autobahn von Ungarn nach Österreich gehen. Die Flüchtlingswelle bewegte ganz Österreich und löste auch in Klosterneuburg eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Der Verein „Klosterneuburg hilft“ wurde gegründet, um Menschen, die in die Babenbergerstadt kamen, zu helfen.

„Für die Geflüchteten haben wir einiges auf die Beine gestellt"

Als im Winter 2015 geflüchtete Menschen in der Magdeburg-Kaserne unterkamen, bildete sich spontan ein Begrüßungskomitee von Klosterneuburgern. Daraus entstand dann der Verein „Klosterneuburg hilft“, der sich noch heute um die Neo-Klosterneuburger kümmert.

„Für die Geflüchteten haben wir einiges auf die Beine gestellt: Deutschkurse, Spaziergänge mit langen Gesprächen, Begegnungs-Cafés, Sportveranstaltungen wie Freundschafts-Kickerl, Lauf-Events und Schwimmkurse, auch für Frauen, Kulturausflüge, Theater und eine besonders starke Methode, um der Traumabewältigung Raum zu geben: kreatives Malen“, erinnert sich Jakob Ernst, Obmann des Vereins. Und dieses Angebot wurde von den Schutzsuchenden gerne und zahlreich angenommen.

So entstanden auch Freundschaften und Beziehungen, die bis heute anhalten und gepflegt werden.
Nach etwa einem Jahr, in dem die Magdeburg-Kaserne als erste neue Heimat in Österreich diente, wurde das Quartier geschlossen, und die Bewohner mussten in eine neue Umgebung ziehen.

Aus Hilfe wurden Freundschaften

Aber nicht alle mussten Klosterneuburg wieder verlassen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Stift, Bürgermeister und anderen Hilfsorganisationen konnte „Klosterneuburg hilft“ für viele Geflüchtete Wohnungen vor Ort finden und dauerhafte Patenschaften vermitteln. Hilfe beim Deutschlernen, Ausbildung, Einschulung von Kindern, PC-Kurse und Berufsorientierung standen von da an im Vordergrund. „Wir haben mehr als 150 externe Deutschkurse finanziert, und 26 junge Männer konnten die Pflichtschule erfolgreich abschließen, um weiterführende Schulen zu besuchen oder ins Berufsleben einzusteigen. Davon fanden 18 junge Männer eine Lehrstelle im Lebensmittelhandel, in Gastronomie- und Hotelbetrieben, bei der ÖBB und lokalen Handwerksbetrieben“, freut sich Ernst.

All diese Arbeit wäre natürlich nicht ohne die breite Hilfe und Unterstützung der Klosterneuburger gegangen. „„Auf unsere fünfjährige Tätigkeit rückblickend können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir viele Klosterneuburger, die teils kritisch unserer Integrationsarbeit gegenüber standen, motivieren konnten, uns tatkräftig zu unterstützen“, so der Obmann weiter.

„Auf unsere Tätigkeit rückblickend können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir viele Klosterneuburger, die teils kritisch unserer Integrationsarbeit gegenüberstanden, motivieren konnten, uns tatkräftig zu unterstützen.“ Jakob Ernst, Obmann „Klosterneuburg hilft“

Und diese Unterstützung ist auch fünf Jahre nachher noch immer gefragt. Der Verein ist für die Schutzsuchenden zu einem Knotenpunkt für Informationsaustausch, Alltagstipps und Kooperation mit örtlichen Organisationen von der Pfarrgemeinde bis zur Feuerwehr geworden – eine Erfolgsgeschichte, die noch lange nicht fertig geschrieben ist.

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