Für Mensch und Hund: Nachhilfe für das „Herrli“. Tierhilfe Klosterneuburg sieht positive Wirkung des neuen Gesetzes. Allerdings sollten Hundehalter noch mehr Sachkunde über ihren Vierbeiner vorweisen müssen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:53)
In Klosterneuburg gibt es einige Stellen, an denen Hunde und ihre Besitzer nach Herzenslust spazieren gehen und toben können. Angelika Fuchs von der Tierhilfe Klosterneuburg wünscht sich noch mehr Sachkenntnis von den Haltern über ihren Hund.
NÖN, Heindl

Es ist eine Entscheidung, die niemand leichtfertig treffen sollte. Einen Hund aufzunehmen, heißt nicht nur Spaß und Freude mit dem Vierbeiner, sondern bringt auch jede Menge Verantwortung mit sich. Damit diese Entscheidung in Zukunft noch bewusster getroffen wird, will Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) unter anderem ein verpflichtendes Beratungsgespräch vor dem Kauf eines Hundes gesetzlich verankern lassen (siehe Seite 2).

Die Idee eines vertiefenden Beratungsgesprächs findet auch Angelika Fuchs von der Tierhilfe Klosterneuburg sinnvoll. „Ein Erstgespräch und eine gewisse Sachkunde sind sicherlich hilfreich für die Besitzer“, ist sich Fuchs sicher. Allerdings würde sie beim Sachkundenachweis noch ein bisschen weitergehen. „Hundebesitzer sollten – so wie etwa bei Rettungshunden – auch Informationen über gängige Krankheiten bekommen. Wie erkenne ich eine Magendrehung? Wie sollte man sich um die Zähne kümmern? Oder was muss man tun, um den Kreislauf abzukühlen?“, appelliert Fuchs an Hundebesitzer, sich so oder so über die gängigsten Krankheitsbilder zu informieren.

„Ein Lebewesen und keine Sache“

Als Abschluss dieses Beratungsgesprächs wünscht sich Fuchs eine Art „Führerschein“, den die zukünftigen Hundehalter bestehen müssen. Denn: „Heute kriegt man viel zu leicht einen Hund.“

Außerdem wünscht sie sich, dass von der Polizei gezielt Kontrollen der Chips – und vor allem, ob diese Chips auch registriert sind. „Als Tierschutzverein können wir viele Tiere nicht zuordnen, weil sie zwar gechippt, aber nicht registriert sind.“ Dazu müssen sich Hunde- und auch Katzenbesitzer im Internet auf den entsprechenden Plattformen registrieren und diese Registrierung im Falle eines Besitzerwechsels oder eines Umzugs natürlich aktualisieren.

Ebenfalls sollte der neu angedachte niederösterreichische Hundepass in Verbindung mit der Chipnummer versehen sein. „So könnte auch die Tierhilfe Klosterneuburg beziehungsweise alle Tierschutzvereine alle wichtigen Informationen über ein Tier sofort erhalten“, ist sich Fuchs sicher, dass dadurch die Arbeit der Mitarbeiter der Tierschutzorganisationen immens erleichtert würde.

„Hundebesitzer sollten – so wie etwa bei Rettungshunden – auch Informationen über gängige Krankheiten bekommen.“ Angelika Fuchs Tierhilfe Klosterneuburg

Bei allem Positiven, das Fuchs dem möglichen neuen Hundehaltergesetz abgewinnen kann, hat sie doch noch einige Wünsche, die ihr auf der Seele brennen. „Höhere Strafen für Halter, die ihre Hunde nicht gut behandeln, für Wiederholungstäter und für unverantwortliche Züchter. Ein Hund sollte außerdem als Lebewesen gelten und nicht als Sache“, hofft Fuchs, dass dieses Umdenken bald auch in allen Köpfen ankommen wird.

Negative Folgen – vor allem für Tierheime – kann sich Fuchs derzeit nicht vorstellen: „Ich glaube nicht, dass durch das neue Gesetz mehr Hunde abgegeben werden.“

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